Ganz überraschend kam diese Meldung nicht. Das beliebteste Reiseziel der Deutschen ist Kreta – zumindest im Jahr 2021. Damit hat die griechische Insel den scheinbar übermächtigen Touristenmagneten Mallorca überholt, was sich aus den Buchungszahlen der Reisebüros ablesen lässt und vom Reiseveranstalter TUI bestätigt wird.

Der vorliegende Trend basiert, und da sollte man sich nichts vormachen, auf verschiedenen Faktoren, die für einen Urlaub auf Kreta und gegen Mallorca sprechen. Zum einen wirken sich nach und nach die bewusst eingeführten Preissteigerungen auf Mallorca und der damit verbundene Versuch aus, die Insel einem Imagewandel zu unterziehen und den Qualitätstourismus einzuführen. Zum anderen sind natürlich die Folgen der Pandemie nach momentaner Einschätzung im griechischen Raum weit niedriger als in vielen Teilen Westeuropas, vor allem im spanischen und portugiesischen Einzugsbereich. So freut sich die griechische Tourismusbranche auf die dringend erhofften Einnahmen, immer vorausgesetzt, dass das Land von einer weiteren Corona-Welle verschont bleibt.

Kreta Nr. 1, aber auch andere griechische Inseln profitieren

Nach Angaben deutscher Reiseveranstalter hält Kreta unangefochten den ersten Platz der Reiseziele der Deutschen. Erfreulicherweise belegt bei den zugrundeliegenden Buchungszahlen für den Sommer 2021 Rhodos den dritten und Kos den vierten Rang. Direkt dahinter findet sich die Türkische Riviera. In einem Gespräch mit Business Insider erklärt Marek Andryszak, Chef von TUI Deutschland: „Der Wunsch, spätestens im Sommer zu reisen, ist groß. Mit dem europaweiten Hochfahren der Impfungen wächst die Zuversicht, dass Reisen schon bald wieder möglich sein wird.” Dabei wird ein Trend immer deutlicher: Die Deutschen lassen sich ihrem Urlaub im Jahr 2021 rund ein Fünftel mehr Geld kosten als in ihren Sommerurlaub 2019. Das belegen die bisherigen Buchungszahlen der TUI.

Längere Urlaube, bessere Hotelzimmer, mehr Verpflegung sowie Upgrades im Flugzeug sind die häufigsten GrĂĽnde fĂĽr die Bereitschaft zu höheren Investitionen in den diesjährigen Urlaub. Dies sei, so Andryszak, auf den fĂĽr die meisten ausgefallenen Urlaub des Jahres 2020 zurĂĽckzufĂĽhren. Da will man sich in diesem Jahr etwas gönnen – wovon kaum jemand mehr profitieren wird als Kreta. Verdient haben es die Hoteliers, Gastronomen, Ausflugsveranstalter…, die mit beeindruckender Ruhe diverse Lockdowns und die letztjährige Tourismus-Flaute hingenommen haben.

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(Ingo Blisse)