Alter Mühleneingang ©PhotoArt

Nördlich des Dorfes Chromonastiri, unweit von Rethymno, liegt die außergewöhnlich schöne Myli Schlucht. Inmitten des Beckens befindet sich die aus dem Mittelalter stammende Siedlung Myli, welche sich in Ano Myli und Kato Myli untergliedert. Der Name des Dorfes entstand durch die etwa 30 in der Schlucht befindlichen Wassermühlen, mit denen die damaligen Dorfbewohner das Getreide aus der Umgebung mahlten. Einige dieser Mühlen wurden renoviert, um den Besuchern deren Funktion und Arbeitsweise zu verdeutlichen.

Die letzten Bewohner verlieĂźen Myli 1972, da sie Angst vor Erdrutschen hatten. Hoch ĂĽber der Schlucht entstand das neue Dorf „Neu-Myli“.

Die Natur erobert sich ihr Territorium zurĂĽck

Traumhafte Natur ©PhotoArt

Die durch den Wasserreichtum ĂĽppig bewachsene Schlucht wirkt wie ein groĂźer Garten. Ăśberall wachsen Obstbäume, BĂĽsche, GemĂĽse, Blumen und Gräser. Auf dem Weg durch die Schlucht kann man eine groĂźe Menge alter, verlassener Gemäuer bestaunen. Auch eine kleine Kapelle ist darunter.  Die Ruinen sind umrankt von Pflanzen, die Natur holt sich ihr Eigentum zurĂĽck. Ăśberall hört man Vögel zwitschern und Bäche plätschern – ein fantastisches Naturerlebnis.

Es existiert nur noch ein bewirtschaftetes Gebäude in der Schlucht. Evangelos Drygiannakis, Nachfahre eines Müllers, hat sein Elternhaus mit liebevollem Aufwand restauriert und zu einer Taverne umgebaut. Die notwendigen Güter für die Taverne werden von einer Seilbahn über die Schlucht angeliefert. Man sollte bei dieser hübschen Taverne in jedem Fall eine Rast einplanen.

Kunst, die wirklich ĂĽberrascht

Kunst in der Schlucht ©PhotoArt

Auch ein Künstler ist in der Myli Schlucht ansässig. Überall auf dem Weg begegnen einem seine zum Teil skurrilen, ausgesprochen bunten Kunstwerke, die er dort sowohl aufgebaut als auch aufgehängt hat. Man sollte sich also nicht erschrecken, wenn man auf einmal eine Puppe mit Regenschirm im Baum sieht oder ein farbenfrohes, antikes Auspuffrohr mit Reiter in der Gegend herumsteht.

Die Wanderung durch die Schlucht ist einfach, je nach Lauftempo benötigt man für den etwa vier Kilometer langen Weg zwei bis drei Stunden. Auch für Kinder ist die Wanderung durchaus machbar, denn es gibt keine Kletterpassagen. Trotzdem sollte man gutes, festes Schuhwerk tragen, da manche Stellen durch den Wasserreichtum sehr rutschig sind.

(Claudia Kleemann)

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