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Kreta
Donnerstag, 21 Oktober 2021 5:15

Sehenwürdigkeiten

Auf Kreta gibt es immer etwas zu entdecken!

Was gibt es zu entdecken?

Kaum eine Insel kann mit einer solchen Vielzahl von Attraktionen aufwarten wie Kreta. Egal, ob man den Besuch archäologischer Stätten bevorzugt, einen Bummel durch Orte, deren Geschichte einen in den Bann zieht oder ob man von den natürlichen Besonderheiten der Insel fasziniert ist– zu bestaunen gibt es überall auf Kreta etwas. Deshalb ist es kaum möglich, auch nur annähernd alle Kreta Sehenswürdigkeiten zu erfassen. Kein Wunder, denn die Insel blickt auf eine Jahrtausende währende, bewegte Geschichte zurück. Die „Wiege der Zivilisation“, wie Kreta auch bezeichnet wird, hat sich vieles bewahrt, was bis heute hautnah zu spüren ist.
In dem Wissen, dass Knossos, die wohl bekannteste Attraktion der Insel, nur eine von Unmengen Highlights ist, hier einige Tipps für außergewöhnliche Ausflüge.

Kretas Städte – lebendige Geschichte, nette Menschen und mediterranes Lebensgefühl

Alle Städte Kretas besitzen ihren eigenen Charme. Findet man in nördlicheren Regionen der Insel eher ausgelassene Stimmung mit buntem Nachtleben, so zeigt sich der Süden eher gemächlich und entspannt. Doch jeder sollte hier seine eigenen Erfahrungen machen und seine bevorzugte Region suchen. Garantiert ist allerdings, dass die wunderschönen Städte Kretas für jeden etwas ganz Besonderes zu bieten haben.

Chania

Die venezianisch geprägte Hafenstadt im Westen der Insel besticht durch ihre schlichte Schönheit. In den Abendstunden kann sich kaum jemand der Romantik dieses Ortes entziehen.

Die autofreie Promenade stammt aus der venezianischen Zeit. Sie wird von kleinen Tavernen gesäumt und die Besucher können von hier aus dem bunten Treiben der Fischer zusehen. Hinter der Promenade laden niveauvolle Geschäfte in den verwinkelten Gassen zum Shoppen ein. Abends empfiehlt sich ein Essen in einer der romantischen (zum Teil dachlosen) Ruinen der Altstadt. Dabei wird das kulinarische Erlebnis durch die Klänge der kretischen Musiker in den Restaurants oftmals zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Agios Nikolaos

Wer über die Städte Kretas spricht, der kommt nicht daran vorbei, die außergewöhnliche Schönheit von Agios Nikolaos anzupreisen. Gerade der in der Ortsmitte befindliche und durch einen Kanal mit dem Meer verbundene Voulismeni-See versetzt den Besucher ins Staunen. Der See ist Grundlage zahlreicher Mythen. Immerhin besitzt er eine Tiefe von 64 Metern, was ihm auch den Beinamen „See ohne Boden“ einbrachte. Gesäumt wird dieses romantische Gewässer von zahlreichen Cafés und Tavernen.

Zwei autofreie Einkaufspassagen laden zum gemütlichen Bummel ein. Aber auch sonnenhungrige kommen in der nordöstlich der Insel gelegenen Stadt voll auf ihre Kosten. Innerhalb von Agios Nikolaos gibt es einen angenehmen Stadtstrand. Wer etwas weiter geht, der erreicht etwas südlich der Stadt den ausgedehnten und sehr beliebten Almiros-Strand.

Ein weiteres Highlight von Agios Nikolaos ist der Straßenmarkt. Jeden Mittwoch werden hier frische Lebensmittel und Dinge des täglichen Lebens angeboten, was von Einheimischen, Zugezogenen und Touristen dankend angenommen wird.

Rethymnon

Die drittgrößte Stadt Kretas (hinter Heraklion und Ierapetra) verfügt über eine außergewöhnlich schöne Altstadt. Malerische Straßen im Renaissance-Charakter laden zum ausgedehnten Stadtbummel ein. Über der Stadt thront die größte Festung Kretas, die Fortezza.

Wer in den Abendstunden dem pulsierenden Nachtleben der Altstadt entfliehen möchte, der kann sich in einer der Tavernen an dem kleinen venezianischen Hafen mit frischen Fischgerichten verwöhnen lassen. Hierbei ist der Blick auf den romantischen Leuchtturm der Stadt natürlich inklusive.

Matala

Wer über die außergewöhnlichen Städte Kretas spricht, der kommt an Matala nicht vorbei. Der Ausdruck „Stadt“ ist natürlich übertrieben, denn Matala ist eher ein kleines Fischerdorf im Süden der Insel. Das Besondere an diesem Ort ist seine von den Hippies geprägte Vergangenheit, deren Geist man bis heute spürt. Dabei kann man sich noch immer lebhaft vorstellen, wie die jahrtausendealten Wohnhöhlen in den 60ern Jahren als Unterkunft für Blumenkinder und Aussteiger gedient haben, unter anderem für Bob Dylan, Cat Stevens und Joni Mitchell. Scheinbar war es ihnen egal, dass diese Höhlen von den Römern vormals als Grabstätten genutzt wurden.

Höhepunkt des Hippie-Revivals ist das jährlich am Strand stattfindende „Matala Hippifestival“. Hierbei verwandelt sich die gesamte Stadt für drei Tage lang in einen farbenfrohen und ausgelassenen Ort der guten Laune.

Der gesamte Ort zeigt sich noch immer lebensfroh und ausgesprochen bunt. An dieser Stelle sollte darauf hingewiesen werden, dass im Laufe der letzten Jahre der Massentourismus leider auch Matala nicht verschont hat. So muss in der Hauptsaison mit Staus auf dem Weg zu einem der Parkplätze gerechnet werden.

Historische Stätten auf Kreta

Die berühmtesten Kreta Sehenswürdigkeiten stammen aus der bewegten Historie der Insel. Schließlich ist Kreta Wiege der frühen Hochkultur zur Zeit der Minoer. Darüber hinaus stammen viele Sehenswürdigkeiten Kretas aus den wechselnden Herrschaften unterschiedlicher Völker. Dies lässt sich bis heute an der vielfältigen Architektur und an den zahlreichen Festungen und Klöstern ablesen.

Palast von Knossos

Der Palast von Knossos ist die bekannteste Attraktion Kretas. Immerhin handelt es sich dabei um den größten, bekannten Palast der minoischen Kultur. Am Stadtrand von Heraklion befindlich blühte Knossos über einen Zeitraum von etwa zweitausend Jahren. Zu dieser Zeit kam Heraklion gerade einmal der Status einer Zufahrt zum Hafen zu. Der griechischen Mythologie zufolge baute König Minos diesen weltberühmten Palast. Darüber hinaus war er auch für die Errichtung des Labyrinths für den gefürchteten Minotaurus verantwortlich.

Bis heute sind sich Wissenschaftler nicht über die Bedeutung der Anlage einig. Deshalb empfehlen wir Ihnen, sich selbst einen Eindruck zu schaffen und dem Palast von Knossos einen unvergesslichen Besuch abzustatten.

Kloster Arkadi

Das Kloster Arkadi verdankt seine über die Landesgrenzen hinaus ausgeprägte Bekanntheit seiner außergewöhnlichen Geschichte. Es liegt 25 Kilometer südöstlich von Rethymnon auf einer Höhe 500 Metern über dem Meeresspiegel. Im 5. Jahrhundert nach Christus erbaut, kam es am 9. November 1866 zu den spektakulären Ereignissen, die ihm bis heute einen legendären Ruf einbrachten.

Während der seit 1669 andauernden Besetzung Kretas durch die Türken begann im Kloster Arkadi 1866 der Aufstand gegen die Fremdherrschaft. Die rebellierenden Kreter versammelten sich im Kloster, welches von den Türken am 8. November 1866 heftig attackiert wurde. Nach umfagreichen beidseitigen Verlusten drangen die Türken einen Tag später in das Kloster ein. Die Kreter hatten sich im Pulverraum verschanzt. Schließlich entzündete der Mönch Konstantinos Giaboudakis mit einem Schuss auf ein Pulverfass das gesamte Arsenal. Durch die Explosion mehrerer Tonnen Sprengstoff starben etwa 1.000 Türken und Kreter.

Die Weltpresse reagierte auf das schreckliche Vorkommnis. Dies hatte zur Folge, dass die Gemeinschaft vieler Staaten die Besatzung Kretas nicht mehr tollerierte. 1989 wurde Kreta endgültig unabhängig und der 9. November avancierte zu einem der wichtigsten griechischen Feiertage.

Insel Spinalonga

Zu den außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten Kretas gehört zweifelsohne Europas letzte Leprakolonie Spinalonga, auf der auch Victoria Hislops Roman „Insel der Vergessenen“ (sehr lesenswert) spielt.

Spinalonga verdankt seine traurige Berühmtheit der Entscheidung Kretas im Jahr 1903, die Insel als Kolonie für Leprakranke zu nutzen. In dessen Folge wurden alle Leprakranke Kretas dorthin überführt, um sich ein Leben unter anderen Kranken in und um die ungenutzte Festung aufzubauen.

Vier Jahre dauerte es, bis erstmals ein Arzt die Insel betrat und sich um die Kranken kümmern konnte. Lebensmittel und Trinkwasser wurden von Kreta aus zu der Insel geliefert – ein kleiner Akt der Menschenwürde.

Ein Besuch Spinalongas lohnt vor allem deswegen, weil man neben der Beklemmung auch die Überreste der Hoffnung vorfindet, die die Leprakranken in ihrer scheinbar ausweglosen Situation schöpften. Sie renovierten Häuser, schufen eine eigene Wasserversorgung, bauten Obst und Gemüse an und hielten Nutzvieh. Geschäfte wurden eröffnet, Tavernen boten Abwechslung und ein unterhaltendes Programm. Der Bau eines Krankenhauses sorgte dafür, dass von da an auch regelmäßig Ärzte zur Betreuung der Kranken auf die Insel kamen. Eine erstaunliche und beeindruckende Entwicklung.

Die Leprakolonie wurde 1954 geräumt und die letzten 30 Kranken in ein Athener Krankenhaus gebracht.

Wer Spinalonga besichtigen will, der kann dies von den Häfen Agios Nikolaos, Plaka und Elounda per Boottransfer aus tun.

Archäologisches Museum Heraklion / Archäologisches Museum Iraklio

Wer einen Besuch vom Palast in Knossos plant, der sollte unbedingt einen Abstecher in das archäologische Museum in Heraklion unternehmen. Immerhin handelt es sich um das wichtigste und umfangreichste Museum auf Kreta. Nach dem Umbau (2008-2014) erwartet einen ein hochmodernes Museum mit eindrucksvollen Exponaten. Nach dem Nationalmuseum in Athen gilt das archäologische Museum Heraklion als bedeutendste Antikensammlung in Griechenland.

Zu Beginn des Rundganges reichen die Ausstellungsstücke bis zu einer Zeit von über 9.000 Jahren zurück. Weiterhin findet sich im weiteren Verlauf der weltbekannte Diskus von Phestos. Darüber hinaus trifft man neben Amphoren und Schalen auf die Schlangengöttinen und den Stierspringer sowie diverse Fresken. Der Großteil des Museums widmet sich der Zeit der Minoer, die als erste europäische Hochkultur gelten.

Für einen Besuch des Museums sollte man sich getrost drei Stunden Zeit einplanen. Dabei zeigt sich der Eintrittspreis von fünf Euro (Stand 2019) ausgesprochen gering.

Ruinen von Gortyn

45 Kilometer südlich von Heraklion nahe des Dorfes Agii finden sich die archäologischen Ruinen von Gortyn. Sie zählen zu den bedeutendsten archäologischen Stätten Griechenlands. Die Ausgrabungen begannen im Jahr 1884 beziehungsweise 1898 und dauern bis heute an. Dabei bedeckt die antike Stadt eine ausgedehnte Fläche entlang des Flusses Mitropolianos. Die hier verfügten Gesetze bildeten vor 2.500 Jahren das Erb- und Familien-, Scheidungs- und Strafrecht des Stadtstaates. Somit gehören die steinernen Gesetzestafeln, die man hier findet, zu einem der ältesten „Gesetzbücher“ der Welt.

Bei dem Besuch sollte man auf jeden Fall das römische Odeon aufsuchen. Dieses Freilufttheater wurde vor 2.000 Jahren für Konzerte und diverse andere Veranstaltungen genutzt. Auch der Besuch der Platane lohnt, denn unter dieser haben (der Sage nach) Zeus und Europa ihren Sohn Minos gezeugt.

Naturerlebnisse

Es ist beinahe unmöglich, unter den Unmengen besonderer Orte in Kretas wunderbarer Natur die besonderen Erlebnisse herauszufiltern. Zu viele Kreta Sehenswürdigkeiten sind zu entdecken, wenn man die Insel durchstreift. Neben all den Besonderheiten, die Wanderfreunde und Naturliebhaber entdecken können, gibt es aber doch einige besondere Orte, deren Besuch sich besonders lohnt.

Samaria Schlucht

Die Samaria Schlucht befindet sich in der Präfektur Chania auf einer Höhe von 1.200 Metern über dem Meeresspiegel. Das wichtige Naturdenkmal bildet das Herz des einzigen Nationalparks der Insel „(Nationalpark der Weißen Berge von Kreta“ – „Lefka Ori“ – oder auch „Samaria-Nationalpark“).

Hier erwartet einen eine der längsten Wanderrouten Europas mit atemberaubenden Aussichten. Dabei trifft man immer wieder auf geschichtliche Ereignisse nahe der Route. Schließlich war die Schlucht von Samaria Schauplatz vieler Schlachten, zumeist zwischen Griechen und Türken. Im zweiten Weltkrieg war die Samaria Schlucht der meistgenutzte Fluchtweg sich zurückziehender alliierter Truppen.

Der Weg durch die Schlucht wird gesäumt von Kiefern- und Zypressenwäldern. Die berühmten kretischen Kräuter und die einzigartige Flora ziehen jeden Naturliebhaber in ihren Bann.

Je nach Tempo sollte man für die Wanderung durch die Samaria Schlucht sechs bis acht Stunden einplanen. Start ist in dem Ort Xyloskalo. Die Schlucht ist von Mai bis Oktober für die Öffentlichkeit zugänglich.

Lassithi Plateau

Die Lassithi Hochebene liegt inmitten einer Berglandschaft auf 830 Metern Höhe. Auf ihren etwa zehn Kilometern Länge und sieben Kilometern Breite befinden sich circa 20 Dörfer am Rande der Ebene. Neben dem wunderbaren Anblick des Lassithi Plateaus selbst fallen vor allem die 8.000 Windräder ins Auge, die vormals dem Hochpumpen des Grundwassers dienten. Heute wird diese Aufgabe von strombetriebenen Pumpen übernommen.

Seit der Antike wird auf dem Lassithi Plateau Landwirtschaft betrieben. Kein Wunder, denn die Gegend gilt als eine der fruchtbarsten und wasserreichsten Areale Kretas.

Eine besondere Kreta Sehenswürdigkeit ist die Höhle von Psichro (oder „Dikteon Höhle“). Nach dem antiken griechischen Glauben soll hier der Hauptgott Zeus geboren worden sein. Des Weiteren kann man während des 20minütugen Rundgangs Tropfsteine bewundern, sieht Fledermäuse und Vögel.

Palmenstrand von Vai

Jeder Touristenführer, der sich mit den Sehenswürdigkeiten Kreta beschäftigt, lockt mit dem Palmenstrand von Vai. Zurecht, denn der knapp 25 Kilometer vor Sitia gelegene Strand an der Ostküste Kretas ist ein beeindruckendes Naturschauspiel. Dabei beherbergt der 2.000 Jahre alte Palmenhain die kretische Dattelpalme und ist mit seinen 5.000 Bäumen der größte Hain Europas.

Der exotische Sandstrand wurde vor allem durch einen Bounty-Werbespot bekannt. Die dort gezeigten Kokosnüsse wird man in der Realität jedoch nicht finden. Der Blick vom Strand über das türkisfarbene Wasser fällt auf mehrere kleine Inseln. Dieser Anblick lässt so manchen romantischen Traum Wirklichkeit werden.

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