Der malerische Ort Chora Sfakion befindet sich an der Südwestküste Kretas in der Präfektur Chania. Man erreicht ihn über die Askifou Hochebene über eine der landschaftlich schönsten Straßen Kretas.

Am Fuß der Weißen Berge ©PhotoArt Claudia Kleemann

Der Küstenort ist eingerahmt von den Ausläufern der „Weißen Berge“ und verfügt seit 2005 über einen größeren Hafen, der gut gegen Schlechtwetter aus allen Himmelsrichtungen geschützt ist. Seine Baukosten von rund 5,6 Millionen Euro wurden zu 75 % von der Europäischen Union finanziert. Der Hafen bildet den Ausgangpunkt zu mehreren Orten im Süden der Insel, die nur per Schiff erreichbar sind. Man kann von Chora Sfakion aus beispielsweise das autofreie Loutro, Agia Roumeli mit dem Ausgang der Samaria Schlucht oder die südlichste Insel Europas, Gavdos ansteuern.

Chora Sfakion – mehr als nur ein Transitort

Am Hafen von Chora Sfakion findet sich ein kleiner Kiesstrand und einige nette Tavernen, in der man seine Zeit ausgesprochen angenehm verbringen kann, während man auf sein Schiff wartet. Das Dorf wird leider von vielen Besuchern ausschließlich als Transitort benutzt. Daher haben sich die örtlichen Tavernen hauptsächlich auf die Durchgangs- und Wandertouristen eingestellt.

Gewaltige Natur ©PhotoArt Claudia Kleemann

Mittlerweile verfügt Chora Sfakion über einige sehr hübsche kleine Hotels und Pensionen und ist bei Wanderfreunden sehr beliebt, da man von dort aus atemberaubende Ausflüge unternehmen kann: Erwähnenswert sind die Ilinas Schlucht, die wilde Aradena Schlucht oder auch die Wanderungen von Anopolis nach Loutro.

Darüber hinaus sind auch traumhafte Strände zu Fuß oder per Bootstaxi erreichbar, wie beispielsweise die Ilingas Bucht oder der Glikanera Beach, was übersetzt „Süßes Gewässer“ bedeutet, weil es dort viele unterirdische Süßwasserquellen gibt.

Neben dem Tourismus leben die Sfakioten von Viehzucht und dem Fischfang. Außerdem sind die Backwaren-Spezialitäten der Einheimischen weit über die Grenzen hinaus sehr gefragt.

Ort des Widerstandes

Der Ort mit seinen rund 300 Einwohnern blickt auf eine lange, aufreibende Geschichte zurück. Schon in der venezianischen Zeit war Chora Sfakion eine reiche Handelsstadt. Oberhalb der kleinen Kirche „Agii Apostoli“ kann man beeindruckende Relikte aus dieser Zeit besichtigen.

Seit jeher gelten die Sfakioten als besonders stolz und mutig. Im Kampf gegen die Türken kam der bedeutendste Anführer des Widerstandes „Daskalojanis“ aus Sfakia. Die Osmanen lockten ihn zu Friedensverhandlungen nach Heraklion und massakrierten ihn dort vor den Augen seines Bruders. Skafia gilt bei den Griechen seit jeher als Ursprungsort zahlreicher Widerstandskämpfer.

Im Zweiten Weltkrieg, nach der Luftschlacht um Kreta Ende Mai 1941, wurden mehr als 10.000 alliierte Soldaten von Chora Sfakion aus nach Ägypten ausgeschifft. Beim sogenannten „Sonderunternehmen Völkerbund“ wurden im September 1941 in Chora Sfakion 25 Kreter wegen Widerstands gegen die deutschen Besatzer und Unterstützung der alliierten Soldaten erschossen.

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(Claudia Kleemann)