Ein Erlebnisbericht unserer Gast-Autorin Claudia Kleemann (PhotoArt):

Gramvousa ©PhotoArt Claudia Kleemann

Sowohl die Halbinsel Gramvousa nebst ihrer vorgelagerten Inselchen Agria und Imeri Gramvousa sowie die Lagune von Balos befinden sich im äußersten Nord-Westen Kretas. Man kann den bekannten Strand von Balos mit einem PKW oder einem Schiff erreichen. Beide Touren haben ihren eigenen, ganz besonderen Reiz.

Anfahrt mit dem PKW

Um die Lagune von Balos anzusehen, ist es sehr empfehlenswert, einen Jeep für die Tour anzumieten. So kann man relativ abgesichert den abenteuerlichen Weg auf der Halbinsel Gramvousa zur Lagune angehen. Man kann auch mit einem normalen PKW dort hinauffahren, allerdings sind viele Mietwagen nicht gegen Schäden, die auf Schotterstraßen entstehen können, versichert. An einem Kassenhäuschen muss der Besucher einen Euro pro Person entrichten.

 

Bereits die Fahrt bietet fantastische Ausblicke auf das Meer und die Landschaft, wobei der Fahrer sicherheitshalber seine Augen auf der Straße belassen sollte. Nach etwa zehn Kilometern, für die man etwa eine halbe Stunde benötigt, erreicht man einen großen Parkplatz. Dieser ist in Abhängigkeit von der Zeit, an der man ankommt, zum Teil bereits voll besetzt. In diesem Fall bleibt nur die abenteuerliche Schotterstraße ohne Wendemöglichkeit als Alternative.

Die Lagune Balos ©PhotoArt Claudia Kleemann

Vom Parkplatz geht es zu Fuß weiter. Empfehlenswert sind feste Schuhe, da die Strecke ausgesprochen uneben ist. Nach etwa 15 Minuten belohnt einen die traumhafte Aussicht über die komplette Lagune.

Ein Strand wie aus 1001 Nacht

Eine Treppe führt bis zum Strand hinunter, der einen mit Korallen und Muscheln empfängt. Der Sand weist eine leichte Rosa-Färbung auf und geht in das türkisblaue, kristallklare Meer über. So viel natürliche Schönheit kann einen schon mal verzaubern. Kein Wunder, dass Balos auf der Liste der besten Strände der Welt verzeichnet ist. Wer länger verweilen will, der kann hier Liegen und Sonnenschirme mieten.

Der Sandstrand von Balos verfügt über eine besondere Form der Vegetation. Sträucher wie der Riki, die Genista, der Thymian und der Schinos zeigen sich in beeindruckenden Formen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Pflanzen einen immerwährenden Kampf gegen die rauen Umgebungsbedingungen wie starke Nordwinde und die natürliche Instabilität der Dünen führen müssen. Aufgrund der natürlichen Schönheit und des intakten Ökosystems, wurden sowohl Gramvousa als auch Balos in das europäische Naturlandschaften Schutzprogramm „NATURA – 2000“ aufgenommen.

Zum Schutz der Lagune sind folgende Punkte untersagt:

  • Jegliche Form von Verschmutzung
  • Das Sammeln von Gesteinen, Fossilien, Muscheln, antiker Funde, Pflanzen und das Fangen von Tieren
  • Das freie Campen
  • Feuer, Grillen und Rauchen in buschigen und waldigen Gebieten
  • Jede Handlung, die sich gegen den Schutz des Ökosystems und der archäologischen Stätten richtet

Empfehlenswert ist, den Ausflug so früh wie möglich zu beginnen. Je später es wird, um so voller wird die Lagune.

Schiffstour nach Imeri Gramvousa und Balos Beach

Die Schiffstour startet im Hafen von Kissamos. Dabei fassen die Boote zwischen 300 bis 1.200 Personen, inklusive ist ein Bordservice mit Essen und Getränken (zubuchbar). Wer diese Form der Überfahrt wählt, der nutzt gleichzeitig die Möglichkeit, die Festung Gramvousa zu zivilen Preisen besichtigen zu können. Natürlich ist eine solche private Tour auch per Segelboot oder Speedboat möglich, wobei man hier ohne Verpflegung schnell bei 80 bis weit über 100 Euro pro Person liegt.

Allein der Ausblick lohnt die Fahrt

Die Tour führt entlang der Bucht. Der Ausblick ist lohnenswert, neben der beeindruckenden Küstenlinie mit ihren Klippen und Höhlen sieht man versteckte Strände und das leuchtende Azurblau des Meeres. Das Schiff fährt durch die Meerenge zwischen der Insel Agria Gramvousa und dem Kap Wuxa (Tripiti). Empfangen wird man vom beeindruckenden Blick auf die Lagune von Balos und Imeri Gramvousa.

Imeri Gramvousa ©PhotoArt Claudia Kleemann

Das Schiff legt einen Stopp bei der Insel Imeri Gramvousa ein. Hier hat man die Gelegenheit zur Besichtigung der Festung Gramvousa. Diese befindet sich am höchsten Punkt der Insel auf der Spitze eines steilen Felsens in einer Höhe von 137 Metern. Sie wurde im Jahre 1579 von den Venezianern erbaut und spielte dann eine wichtige geschichtliche Rolle. Die strategische Position der Festung ermöglichte es ihren venezianischen Herrschern, die Meerenge zwischen Westkreta und dem Peloponnes zu kontrollieren. Der Panoramablick und die majestätische Lage verbunden mit der Legende um einen verborgenen Piratenschatz fordern dazu heraus, die etwa 20-minütige Wegstrecke zu gehen, um die Festung zu besichtigen. Auch hier sollte man feste, bequeme Schuhe tragen.

Entspannung in traumhafter Umgebung

Für weniger historisch interessierte Besucher bietet sich die Möglichkeit, im klaren Meer vor der kleinen Kirche der Heiligen Apostel schwimmen zu gehen. Wem auch das zu viel Anstrengung bedeutet, der kann getrost an Bord bleiben und in der Sonne entspannen.

Der Aufenthalt in Imeri Gramvousa dauert etwa zwei Stunden. Anschließend fährt das Schiff zur Lagune von Balos. Dort angekommen, kann man den Strand für drei Stunden genießen, bevor das Schiff wieder Nach Kissamos zurückfährt.

Wer Interesse an einer Tour mit dem Boot hat, der sollte sich an den jeweiligen Ticket-Verkaufsstellen über die Abfahrts- und Ankunftszeiten informieren, da sich diese saisonal ändern. Telefonisch erhält man diesbezüglich Auskunft unter+30 28220 22888 und +30 28220 83310.

Ticketpreise (ohne Mahlzeiten, Stand 2020)

  • Passagiere unter 2 Jahren reisen umsonst.
  • Passagiere zwischen 3-12 Jahren bezahlen 12 €
  • Passagiere ab 13 Jahre und Erwachsende bezahlen 25 €

Die Gemeinde von Kissamos erhebt eine Gebühr von 1 € auf jedes Ticket von Passagieren, die über 13 Jahre alt sind und die die Lagune von Balos besuchen.

(C.K.)