Vai kennen alle. Itanos nicht. Das war mal anders, so vor 2500 Jahren. Damals kamen keine Mitteleurop├Ąer zum Baden nach Vai, aber wohl ├ägypter nach Itanos, zwei Kilometer n├Ârdlich des heute weltber├╝hmten Palmenstrandes gelegen. Itanos war in hellenistischer Zeit eine bl├╝hende Handels- und Hafenstadt und mit dem Gro├čreich am Nil verb├╝ndet.

Heute ist Itanos eine interessante Ausgrabungsst├Ątte inmitten der faszinierenden kargen Landschaft im Nordosten Kretas. Und ein lohnendes Ausflugsziel, eines von denen, die man mitunter fast f├╝r sich alleine hat. Die drei Sandstr├Ąnde in unmittelbarer N├Ąhe sind ebenso sch├Ân wie urspr├╝nglich, haben keine touristische Infrastruktur – und hier und da wachsen sogar ein paar der kretischen Palmen, die so typisch f├╝r Vai sind. Itanos ist ein Platz mit einem ganz besonderen Zauber.

Verwunschenes Elia

Der Hauptort dieses Teils von Kreta ist Palekastro, etwa zehn Kilometer s├╝dlich von Itanos gelegen. Eigentlich nur ein Dorf, aber mit dem Flair und der Infastruktur einer kleinen Stadt, verschont vom Massentourismus, doch beliebt bei Leuten, die gerne auf eigene Faust unterwegs sind. Der Name, alte Burg, soll an eine venezianische Festung erinnern, die hier einmal stand, von der aber nichts ├╝briggeblieben ist. Anders als bei Roussolakos, den freigelegten Ruinen einer ganz in der N├Ąhe gelegenen sp├Ątminoischen Stadt. Sie hie├č vermutlich Elia und muss ziemlich gro├č gewesen sein. Der Besuch lohnt sich, auch weil es ein ruhiger, irgendwie verwunschener Ort ist.

Paradies f├╝r Surfer

Markantes Wahrzeichen: der Tafelberg Kastri bei Palekastro. Foto: Iris Heymann

Wahrzeichen von Palekastro ist der Kastri, ein markanter Tafelberg, der den stillen Chiona-Strand im S├╝den vom Kouremenos-Strand im Norden abgrenzt. Kouremenos ist bekannt als ein toller Platz f├╝r Windsurfer.

Ideal zum Wandern ist der kleine Berg Petsofas, dessen Gipfel man von Roussolakos aus in etwa anderthalb Stunden auf einem nicht sonderlich steilen Pfad erreicht.  Dort oben war ein Heiligtum, kein Wunder bei der grandiosen Aussicht. Zahlreiche antike Figürchen wurden hier gefunden, die in verschiedenen Museen Kretas gelandet sind. Doch die Bruchstücke von Keramik entdeckt man auch heute noch auf Schritt und Tritt.

Unterk├╝nfte gibt es in und um Palekastro genug, beispielsweise das nette Hotel Marina Village auf halben Weg zwischen Ort und Strand.

Die Abende verbringt man am besten in Palekastro selbst, in einer der Tavernen. Die typische Atmosph├Ąre eines kretischen Ortes, der nicht vom Touristenrummel gepr├Ągt ist, aber dennoch alles bietet, gibt es dort umsonst.

Michael Meinert

(www.textbuero-meinert.de)