Ein Erlebnisbericht unserer Gast-Autorin Claudia Kleemann (PhotoArt):

50 Kilometer von Chania entfernt befindet sich die beeindruckende Agia Sofia Höhle. Genauer gesagt liegt sie an der Hauptstraße zwischen Topolia und Koutsamatados, zwischen dem Strand von Elafonissi und dem Ort Kissamos. Schon die Anreise lohnt: Die Straße führt entlang der spektakulären Schlucht Topolia und bietet dabei fantastische Ausblicke. Auf der einen Straßenseite begrenzen meterhohe Felswände die Strecke, auf der anderen blickt man in die Schlucht. Man passiert einen nur einseitig befahrbaren Tunnel, dessen Einfahrt durch eine Ampelanlage geregelt wird. Spezielle Vorsicht ist geboten, wenn die Ampelanlage außer Betrieb gesetzt ist. Kommt man von Kissamos, so befindet sich die Agia Sofia Höhle kurz hinter diesem Tunnel auf etwa 400 Metern Höhe.

Der Aufstieg lohnt

Die besten Parkmöglichkeiten findet man vor der Taverne. Dort beginnt die etwas mühselige, aber gut begehbare Steintreppe zur Höhle (etwa 200 Stufen). Am besten besucht man die Höhle am Vormittag, da die Treppe zu dieser Tageszeit noch im Schatten liegt. Durch einen von einem gigantischen Feigenbaum gebildeten Durchgang tritt man in die Höhle hinein. Man ist überrascht, wie groß die Höhle tatsächlich ist. Sie hat einen Länge von etwa 70 Metern und ist teilweise über 20 Meter hoch.

Kapelle in der Agia Sofia Höhle ©PhotoArt Claudia Kleemann

In der Höhle befindet eine kleine Kapelle zu Ehren der Ikone Sofia. Die Dekoration der Höhle zeigt sich eher bescheiden, beherbergt jedoch typisch orthodoxe sakrale Gegenstände. Der Name der Höhle und der Kapelle von Agia Sofia stammt von der Ikone, die sich hier befindet. Der Legende nach stammt sie aus Konstantinopel und wurde von kretischen, aus Kissamos stammenden Seeleuten nach Kreta gebracht und in dieser Höhle versteckt. Später wurde ihr zu Ehren die Kapelle errichtet.

Natürliche Schönheit, die von innen kommt

In der Höhle finden sich wunderschöne Stalaktiten und Stalagmiten, die teilweise einige Meter groß sind. Auf diesen verbringen die in der Höhle lebenden Tauben gerne ihre Zeit. Noch immer tropft es in der Agia Sofia Höhle von Decken und Wänden. So formen sich die skurrilen Schönheiten noch heute weiter. Die Feuchtigkeit sorgt dafür, dass die Felsen teilweise mit Moos und Frauenhaarfarn bedeckt sind. Daher sind rutschfeste Schuhe von Vorteil, zudem ermöglicht eine Taschenlampe den Blick in einige weiterführende Spalten.

Die Agia Sofia Höhle und ihre Geheimnisse 

Bis heute ist die Agia Sofia Höhle noch nicht vollständig erforscht. Es ist davon auszugehen, dass es dort noch benachbarte Gänge und Höhlen gibt.

Einige Funde aus der Jungsteinzeit lieferten den Nachweis, dass die Höhle schon lange genutzt wurde. Naturgemäß ist sie deshalb auch mit vielen Legenden verbunden. Die bekannteste ist wohl die des Heiligen Georg, dessen Pferd hier seinen Hufabdruck hinterlassen haben soll.

Blick in die Topolia Schlucht ©PhotoArt Claudia Kleemann

Jedes Jahr zur Weihnachtszeit wird in der Höhle der Agia Sofia die Geburt Christi gefeiert.

Vom Standort der Höhle bietet sich ein fantastischer Panoramablick auf die gegenüberliegenden Berge und die Topolia-Schlucht.

Der Eintritt ist derzeit frei, man freut sich jedoch über eine kleine Spende.

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(Claudia Kleemann)