Ein Erlebnisbericht unserer Gast-Autorin Claudia Kleemann (PhotoArt):

Der Kournas See ist der einzige natürliche Süßwassersee Kretas. Er liegt in der Nähe von Georgioupoli im Westen der Insel. Das Mittelmeer ist nur 2,5 Kilometer entfernt und der See ist in zauberhafter Lage zwischen Bergen und Olivenhainen eingebettet. Bedingt durch das kalkhaltige Gestein der Berge ist das Wasser alkalisch und fühlt sich etwas laugig an.

Der See nährt sich durch das Grundwasser aus den Bergen, das aus einer Quelle namens Amati oder Mati („Auge“) sprudelt. Im Sommer ist die Quelle über dem Wasserspiegel des Sees zu erkennen, während sie im Winter unterhalb der Oberfläche verborgen ist. Der rund geformte See hat eine maximale Tiefe von 22,5 Metern, ist etwa einen Kilometer lang und 900 Meter breit. Er steht unter dem Schutz des „Natura 2000“-Programms.

©PhotoArt Claudia Kleemann

Das Ostufer bietet die schönsten Einblicke

Der Kournas See ist ein bevorzugtes Ziel für Kreta-Besucher. Es ist ein idealer Ort zum Entspannen und zum Wandern. Wenn man den See erreicht, wird man von Tavernen, einem Tretbootverleih und einigen Souvenir-Shops empfangen. Wem es hier zu unruhig ist, der sollte am Ostufer des Sees bis zum kleinen Wasserwerk schlendern. Dabei besteht eine gute Möglichkeit, Wasserschildkröten und Ringelnattern zu beobachten. Außerdem hat man vom Ostufer einen traumhaften Blick über den gesamten See.

Empfehlenswert ist eine auf der östlichen Seeseite befindliche Taverne. Aufgrund der Qualität des Essens, der Freundlichkeit der Mitarbeiter und des zauberhaften Ausblicks mit Sitzplatz unter Schatten spendenden Maulbeerbäumen ist diese uneingeschränkt zu empfehlen.

©PhotoArt Claudia Kleemann

Zuhause für seltene Tiere und Pflanzen  

Der See ist umgeben von einer üppigen Vegetation und seltenen Wasserpflanzen und Bäumen. Die dunkle Farbe des Wassers wird durch Unkraut verursacht. Die direkte Umgebung des Kournas Sees beherbergt viele Vogelarten wie Moorhühner, Enten, Reiher, Silberreiher und Kormorane. Seit jeher ist der See für seine Aale bekannt. Die dort lebenden Malaclemys-Schildkröten sind eine ausgesprochen seltene Art. Man erkennt sie durch die auffälligen Punkte auf ihrem Schild.

Auch mit einem Tretboot kann man den See für sich entdecken. Dabei sollte man jedoch sehr umsichtig sein, um die dort lebenden Vögel und Schildkröten nicht zu stören. Wer sich ruhig verhält, der wird auch die verschiedensten Libellen entdecken können.

Vielfalt von Tieren und Pflanzen gefährdet

An den Ufern des Sees bilden sich im Sommer, wenn der Wasserspiegel sinkt, kleine Strände mit weißem Sand. Besucher können an diesen Stränden baden und Sonnenschirme mieten.

In den letzten 20 Jahren ist die Vielfalt der Tierwelt erheblich geschrumpft. Die Zunahme des Tourismus verursachte diesen Rückgang. Um dieses wunderbare Kleinod mit seiner Flora und Fauna nicht weiter zu schädigen, sollte jeder Besucher wirkliche Bedachtsamkeit beim Tretbootfahren und beim Schwimmen walten lassen.

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(C.K.)