Es ist gerade einmal einen Monat her, da öffneten sich die griechischen Grenzen wieder für touristische Kreta-Reisen. Fiel dem Kreta-Fan der wehmütige Stein vom Herzen, sorgte das bei anderen noch immer für verhaltene Skepsis. Auslands-Urlaub im Corona-Jahr 2020? Nein, da bleibt man doch lieber zu Hause oder bevorzugt den scheinbar sicheren Ausflug an die Mecklenburgische Seenplatte. Urlaubsgefühl lässt sich unter Corona-Schutzregeln eben nicht erzwingen.

Die Angst vor zu laschen griechischen Regulierungen im Kampf gegen den Virus erscheint bis zum jetzigen Zeitpunkt unberechtigt. Die Griechen haben mit ihrem frühen Lockdown (einige Wochen vor Deutschland) dafür gesorgt, dass die Corona-Zahlen sich in einem vergleichsweise niedrigen Bereich bewegen. Zudem herrscht seit der Wiedereröffnung der Grenzen auch hier die Angst, viele Infektionsfälle aus anderen Ländern zu „importieren“.

Ă„nderungen beim Abflugs-Prozedere fĂĽr Kreta-Reisen

Wer in diesen Tagen ein Flugzeug nach Kreta besteigt, der wird einige Dinge feststellen, die ungewohnt erscheinen. Auffällig ist in den meisten Fällen, dass die Maschine nicht voll besetzt ist. Dabei befinden wir uns inmitten der Hauptsaison. Normalerweise ist jetzt kaum noch ein freier Platz im Ferienflieger für Kreta-Reisen zu ergattern. Die Gründe für die fehlende Auslastung sind jedoch nicht darin zu finden, dass Airlines einen Pflichtabstand zwischen den Fluggästen sicherstellen müssen. Diese Regelung existiert nicht. Stattdessen herrscht in unserem Land eine breite Zurückhaltung gegenüber Auslandsreisen in diesem Sommer.

Auch der Ablauf ab dem Check In-Prozedere erweist sich als ungewohnt. So wird man bei der Gepäckabgabe in den meisten Fällen vom zuständigen Check In-Agent gefragt, ob man über den obligatorischen QR-Code verfüge. Dieser gibt bei der Einreise auf Kreta Auskunft darüber, ob man für einen Covid 19-Schnelltest vorgesehen ist. Dieser QR-Code muss bis 48 Stunden vor dem Abflug beantragt sein und kann bei Nicht-Erfüllung eine empfindliche Geldstrafe nach sich ziehen. Achtung: Das Check In-Personal ist nicht verpflichtet, nach dem Formular zu fragen. Jeder Reisende ist selber dafür zuständig, seine Unterlagen für die Einreise ordnungsgemäß beisammen zu haben. Inzwischen sind einige Fluggesellschaften dazu übergegangen, ihre Passagiere vor dem Abflug über die für die Einreise notwendigen Formulare per Email zu informieren.

Regulierungen während des Fluges

Während des Fluges gibt es nur eine wichtige Regel: Die Mund-Nasen-Bedeckung muss getragen werden. Im Gegensatz zur Deutschen Bahn wird diese Regelung bei Kreta-Reisen durch das bedienstete Personal streng überprüft. Als Empfehlung kann hier gesagt werden, dass eine Einwegmaske angenehmer als eine Mund-Bedeckungen aus Stoff ist, da man bei Flugzeiten von drei bis dreieinhalb Stunden angenehmer atmen kann. Wer im Flugzeug ein Getränk oder einen Snack bestellt, der darf seine Schutzbedeckung selbstverständlich für den Zeitraum des Verzehrs entfernen.

Nach der Landung auf dem Flughafen Heraklion fährt man in einem Transferbus zum Terminal. Ebenso wie an deutschen Flughäfen werden die Busse dabei zur Wahrung der Abstandsregeln nur mit einer Höchstauslastung von 40 Prozent besetzt. Das entspricht in der Praxis einer Aufnahme von 25-30 Fluggästen. Trotzdem kommt es hierdurch zu keiner zeitlichen Verzögerung und das Ankommen verläuft auffallend entspannt.

Kaum Einschränkungen in den kretischen Hotels

Die kretischen Hotels sind aufgrund der Auflagen der Regierung verpflichtet, eine Auslastung von über 70 Prozent zu vermeiden. Daraufhin haben einige Betreiber beschlossen, ihre Unterkünfte für die gesamte Saison 2020 gar nicht erst zu öffnen. Dies sorgt für eine entspannte Atmosphäre sowohl in den Hotels als auch in den Straßen, Geschäften und Tavernen. Die Hotelmitarbeiter befolgen die Hygieneregeln größtenteils sehr diszipliniert und tragen Mund-Nasen-Bedeckungen. Darüber hinaus befinden sich sowohl in den Eingangsbereichen, in den WCs und an verschiedenen Plätzen der jeweiligen Unterkunft Spender mit Desinfektionsmitteln. Für Gäste sind Mund-Nasen-Bedeckungen (noch) nicht verpflichtend, allerdings kann sich dies im Laufe der Saison ändern. Der Anstieg der Corona-Zahlen nach dem 1. Juli hat bereits für diesbezügliche Überlegungen seitens der Regierung geführt.

Wer einen All Inclusive-Urlaub oder Teil- beziehungsweise Vollpension gebucht hat, der braucht keine Einschränkungen bei der Menge der Speisen befürchten. Das Servicepersonal, mit Mund-Nasen-Bedeckung und Handschuhen versehen, gibt die Speisen zum überwiegenden Teil persönlich aus. Das gewohnte Buffet fällt in diesem Jahr also den gesundheitlichen Vorsichtsmaßnahmen zum Opfer. Die Tische in den Hotels weisen den vorgegebenen Sicherheitsabstand auf und werden regelmäßig sowohl gereinigt als auch desinfiziert.

Viele kretische Restaurants im neuen Look

Die kretischen Restaurants und Tavernen sind wieder geöffnet. Viele Tavernenbesitzer haben die Zeit des Lockdowns für Renovierungsarbeiten genutzt, weshalb man manchmal sehr überrascht sein dürfte, wie herausgeputzt sich einige der Lokalitäten in diesem Jahr präsentieren. Die Betreiber und ihr Personal halten sich streng an die Hygieneregeln.

Wer Ausflüge plant, der muss sich keine Sorgen machen, dass das Angebot in diesem Jahr wesentlich eingeschränkt ist. Im Gegenteil, Touren, Bootsfahrten, Tauchausflüge, etc. finden statt, allerdings mit einer verringerten Teilnehmerzahl. Die kleineren Gruppen bieten mehr Möglichkeiten für die individuelle Gestaltung der Ausflüge. Die Preise hierfür haben sich im Vergleich zum Vorjahr kaum oder gar nicht verändert und auch die Betreiber halten sich zumeist an die vorgegebenen Hygieneregeln.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt scheinen die Kreta-Reisen vergleichsweise sicher zu sein. Inwieweit sich das im Laufe der Saison noch ändern wird, kann niemand absehen. Fest steht aber, dass ein kurzentschlossener Besuch der Insel keine größere Gefahr darstellt als der Besuch innerdeutscher Ferienziele.

(LaK)

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