Anis

Anis, die Pflanze mit großer Heilwirkung ©PhotoArt Claudia Kleemann

Die Pflanze gehört zur Familie der Doldenblütler und stammt ursprünglich aus dem Orient. Die pfahlwurzelige, einjährige Pflanze ist sehr krautig und aromatisch, weshalb sie in der Küche hauptsächlich Verwendung als Backwarenaroma und Geschmacksträger für Süßigkeiten (Anisbonbons) findet. Außerdem wird sie oft Spirituosen, wie beispielsweise dem griechischen Ouzo, beigemischt.

Da die Pflanze reich an ätherischen Ölen ist, wird sie auch bei der Parfumherstellung verwendet. Schon im 7. Jahrhundert vor Christus sollen Athen und Korinth einen regen Handel mit Duftölen betrieben haben.

Heilwirkung

Gegen Husten hilft ein heißer Aufguss von Anis (Anistee). Er wirkt schleim- und krampflösend. Somit hilft er bei Magen-und Darmbeschwerden, beispielsweise Bauchschmerzen und Erbrechen. Darüber hinaus soll Anis auch gegen unreine Haut, bei Wechseljahrbeschwerden und Schlafstörungen helfen.

Durch Destillation der Früchte erhält man Anisöl, das in Salben eingearbeitet wird.

 

Basilikum

Das Basilikum (oder Königskraut) gehört zur Familie der Lippenblütler. Es ist eine einjährige Pflanze, die heutzutage oft kultiviert angebaut wird. Die Pflanze hat einen ausgesprochen edlen, würzigen Duft. Vermutlich ist sie über Indien und Afrika nach Griechenland gekommen.

Aus der Küche ist Basilikum nicht mehr wegzudenken. Viele Vorspeisen und Salate werden mit ihm sowohl gewürzt als auch dekoriert.

Von den Einheimischen Kretas erhält man Basilikum oft zu kleinen Sträußchen gebunden. Diese sollen lästige Mücken, Schnaken und Bremsen vertreiben. Außerdem helfen frisch gemahlene Basilikum-Blätter bei Wespen- oder Skorpionstichen, da sie, direkt auf den Stich aufgetragen, das Gift entziehen.

Heilwirkung

Basilikum findet bei vielen Erkrankungen der Harnwege Verwendung: Darmbeschwerden, Magendrücken, Erbrechen, Blähungen und Verstopfung. Ein Teeaufguss hilft gegen Migräne und wirkt außerdem beruhigend. Ebenso soll Basilikum bei Gedächtnisstörungen eingesetzt werden. Frische Blätter im Salat beugen Durchfällen vor.

Man sollte nicht vergessen, dass Basilikum den krebserregenden Stoff Estragol enthält, weshalb eine zu häufige Einnahme nicht empfehlenswert ist.

Die ätherischen Öle zeichnen sich durch eine antibiotische Wirkung aus. Sie lindern auch  rheumatische Schmerzen und sollen aufgrund ihrer aufputschenden Wirkung gegen Depressionen und bei Melancholie helfen.

5 bis 10 Tropfen des ätherischen Öles in einer Tasse Wasser aufgelöst lindern als Spülung Zahnschmerzen.

Durch seine fungiziden Inhaltsstoffe, wie beispielsweise Rosmarinsäure oder Thymol, und seine Antioxydantien, soll Basilikum auch hemmend auf die Vermehrung von Krebszellen wirken. Oregano besitzt des Weiteren einen sehr hohen Vitamin C Gehalt.

Der legendäre Hippokrates verwendete zu seiner Zeit Dost zur Geburtsbeschleunigung und zur Heilung von Hämorrhoiden.

 

Rosmarin

Rosmarin – vom Weihrauch bis zu 4711 ©PhotoArt Claudia Kleemann

Rosmarin ist ein  immergrüner Halbstrauch und gehört zur Familie der Lippenblütler. Die Pflanze duftet intensiv aromatisch und erreicht eine Größe von 0,5 bis 2 Metern. Sie blüht fast das ganze Jahr hindurch. Auf Kreta, wie im ganzen Mittelmeerraum, wächst Rosmarin wild, aber auch kultiviert, an sonnigen Standorten. Die Blüten sind hellblau.

Der leicht harzige, bittere Geruch ist aromatisch und wurde daher auch als Ersatz für Weihrauch verwendet. Das Destillat der Pflanze findet in der Duftherstellung Verwendung, beispielsweise enthält das „Kölnisch Wasser 4711“ Rosmarinöl.

In der mediterranen Küche ist das Vitamin C-reiche Rosmarin bei der Zubereitung von Fleischgerichten eines der wichtigsten Gewürze.

Heilwirkung

Durch den hohen Anteil an ätherischen Ölen hat Rosmarin auch in der Heilkunde eine Bedeutung: Rosmarintee regt den Kreislauf und das Nervensystem an und wirkt gegen Verdauungsstörungen und Appetitlosigkeit. In Bädern angewendet wirkt Rosmarin durchblutungssteigernd und wird daher auch bei Gicht und Rheuma empfohlen.

Außerdem besitzt Rosmarinöl eine stark antiseptische Wirkung, die mehr als das  5-fache der Karbolsäure beträgt und unterstützt dadurch die Wundheilung. Heilbäder oder Kompressen mit Rosmarinöl fördern die Durchblutung und mindern blaue Flecke.

 

Thymian

Gewürz und Heilkraut: Thymian ©PhotoArt Claudia Kleemann

Auch der strauchige Thymian gehört zur Familie der Lippenblütler. Er wächst wild in Mittel- und Südeuropa, wird aber auch in Gärten kultiviert. Er blüht in den Farben weiß bis blassrosa.

Thymian gehört auf Kreta zu jedem Lamm-, Ziegen- oder auch Schweinebraten. Auch Schalentiere, Fisch, Geflügel und Gemüse werden mit ihm verfeinert. Er unterstützt zudem die Verdauung fettreicher Speisen.

Vielfältige Heilwirkung

Als Tee mit Honig zubereitet hilft Thymian gegen Atemwegerkrankungen wie Bronchitis oder Katarrh. Er ist hustenreizstillend und schleimlösend. Als Mundwasser hilft Thymian gegen Paradentose. Die ätherischen Öle dienen als Desinfektionsmittel, sogar, nachdem man sie hochgradig verdünnt hat.

Thymian wirkt antibiotisch, fiebersenkend, verdauungsfördernd und besitzt einen positiven Einfluss bei neurologischen Erkrankungen und eine regulierende Wirkung auf den Frauenzyklus. Selbst gegen Haarausfall soll Thymian helfen.

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(Claudia Kleemann)