Heute werfen wir einmal einen Blick auf die wohl schönsten Einwohner Kretas: die Schmetterlinge. Geschätzt leben auf der Insel etwa 45 Schmetterlingsarten. Es gibt Tag – sowie auch Nachtfalter in den unterschiedlichsten Größen und Farben. Es ist mir gelungen, einige von ihnen vor die Linse zu bekommen und auch deren Art zu bestimmen. Nachfolgend könnt Ihr Euch ein buntes Bild der bezaubernden Insekten machen:

Tagfalter – grazile Gaukler

Schwalbenschwanz

Muster, wie mit dem Lineal gezeichnet: der Schwalbenschwanz ©PhotoArt Claudia Kleemann

Neben dem Segelfalter ist der Schwalbenschwanz der am häufigsten auf Kreta anzutreffende Schmetterling. Er hat ein Flügelspannweite etwa 7 Zentimetern, ist schwarz-gelb gemustert (mit einer kleinen blauen „Binde“) und fällt durch seine sogenannten roten Augenflecken an den hinteren Flügeln auf. Häufig findet man ihn auf Lantanablüten (Wandelröschen). Die etwa 4,5 Zentimeter großen Raupen sind unbehaart, grün-schwarz gebändert mit orangeroten oder manchmal auch gelben Punkten.

Segelfalter

Aerodynamik in der Naturwelt: der Segelfalter ©PhotoArt Claudia Kleemann

Auch einer der hübschesten europäischen Tagfalter, der Segelfalter, ist auf Kreta heimisch. Er erreicht die imposante Größe von um die 8 Zentimeter. Der Unterschied zum Schwalbenschwanz besteht darin, dass der Segelfalter deutlich längere schwarze Hinterflügelfortsätze besitzt, die helle Enden haben. Die Flügel sind blass gelb bis cremefarben und weisen sechs schwarze Querstreifen auf jedem der Vorderflügel auf. Auf den hinteren Flügeln findet man drei blaue Augenflecke in einem schwarzen Band mit einem orangefarbenen halbmondförmigen Fleck. Der Falter kann mehrere Minuten ohne Flügelschlag durch die Luft segeln, da er in der Lage ist, die Thermik perfekt auszunutzen. Dieser Fähigkeit verdankt er auch seinen Namen.

Die Raupen des Segelfalters sind unbehaart, hellgrün mit winzigen orange-farbenen Punkten.

 

Zitronenfalter

Der gelbe Zitronenfalter gehört zur Familie der Weißlinge und erreicht eine Flügelspannweite von etwa 5 Zentimetern. Auf seinen gelben Flügeln sind orangerote Punkte angeordnet. Sein Kopf und seine Fühler gehen in eine violette Farbe über. Die Flügeloberseiten der Zitronenfalter sieht man nur ausgesprochen selten, denn er klappt die Flügel ein, sobald er sich auf einer Blüte niederlässt. Man findet ihn überall, wo es Blüten gibt. Eine Besonderheit des Zitronenfalters ist das Lebensalter von einem Jahr, das höchste unter allen mitteleuropäischen Schmetterlingen. Seine Raupen sind unbehaart und grün mit winzigen kleinen schwarzen Pünktchen.

Perlmutterfalter

Klein, aber prächtig: der Perlmuttfalter ©PhotoArt Claudia Kleemann

Dieser Falter ist vermehrt auf Disteln anzutreffen. Er ist etwa 5 Zentimeter groß und seine Flügel zeigen sich an der Oberseite farblich zwischen orange und gelbbraun. Geschmückt sind die Flügel mit schwarzen Punkten und Bändern, die Flügelränder sind dunkel gesäumt.

Dagegen sind die Flügelunterseiten der Perlmutterfalter gelbbraun und zum Teil mit hellen Flecken geziert.

Übrigens stammt der Beiname seines Lateinischen Namens (Speyeria aglaja) aus dem Altgriechischen und bedeutet „Pracht“ oder „Glanz“.

 

Distelfalter

Verschiedenste Muster auf den Flügeln: der Distelfalter ©PhotoArt Claudia Kleemann

Der Distelfalter gehört zur Familie der Edelfalter. Am Häufigsten ist der bildhübsche Schmetterling im Westen Kretas anzutreffen.

Der Distelfalter erreicht eine Flügelspannweite von 4,5 bis 6 Zentimeter. Die Spitzen der Vorderflügel sind schwarz gefärbt und tragen mehrere große und kleine weiße Flecken. Der innere Teil der Flügel weist eine orange/schwarz gefleckte Zeichnung auf. Der Ansatz der hinteren Flügel zeigt sich in gelbbraun und sein Muster ähnelt dem Vorderflügel. Auf ihrer Unterseite findet man weiße und braune Farbtöne, in deren Mitte einen orangeroten Streifen verläuft, am Außenrand zeigen sich unterschiedlich große Augenflecken.

 

 

 

 

Bläuling

Kleines Kunstwerk, wie aus Samt: der Bläuling ©PhotoArt Claudia Kleemann

Es gibt unzählige Arten von Bläulingen. Sie alle offenbaren bei geöffneten Flügeln bläuliche Flügeldecken. Ihr Größe beträgt lediglich 2,5 bis 3 Zentimeter. Wenn die Flügel geschlossen sind, erkennt man viele schwarze und an den Rändern auch orangefarbene Punkte. Sie lassen einen die bläulichen, teils metallisch glänzenden Außenflügel nicht vermuten.

 

 

 

Nachfalter – Unerkannte Schönheiten

Abendpfauenauge

Seltener Anblick: das Abendpfauenauge mit ausgebreiteten Flügeln ©PhotoArt Claudia Kleemann

Beim Abendpfauenauge handelt es sich um einen der schönsten Vertreter der Nachtfalter. Man muss schon sehr viel Glück haben, um ihn fotografieren zu können. Wenn Nachtfalter ihre Flügel geschlossen haben (was meistens der Fall ist, wenn man sie schon einmal sieht) kann man ihre Schönheit kaum vermuten. Ich hielt ihn für ein Stück Schmutz an der Wand, welches ich mit der Hand entfernen wollte. Dadurch gestört fiel das Abendpfauauge auf den Boden und öffnete seine Flügel, was mir diesen Schnappschuss erlaubte.

Der Falter hat eine beeindruckende Flügelspannweite von 8 Zentimetern. Das zarte beige mit der rosafarbenen Tönung und die blauen Augen sehen beeindruckend aus. Die Raupen, ebenfalls rund 8 Zentimeter lang, sind grün und unbehaart mit vielen winzigen weißen und wenigen schwarzen Pünktchen.

 

 

Wolfsmilchspinner

Wunderschöne Raupe auf dem Weg zum bezauberndem Schmetterling: der Wolfsmilchspinner ©PhotoArt Claudia Kleemann

Diese Art habe ich auf Kreta leider nur als ausgesprochen interessant aussehende Raupe entdeckt. Auf dem Foto sieht man die Farbenpracht und die fantastische Musterung der Raupen. Ihrem Namen alle Ehre machend fraßen die Raupen dieses Nachtfalters genüsslich auf einem Wolfsmilchgewächs, um irgendwann einmal ein wunderschöner Nachtfalter zu werden. Der Wolfsmilchspinner erreicht die gleiche beeindruckende Größe wie das Abendpfauenauge.

Weitere interessante Informationen aus Kreta findest Du hier

(Claudia Kleemann)