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Kreta
Donnerstag, 15 April 2021 7:48
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Kritsa: kretisches Bilderbuchdorf, Filmkulisse und Einkaufsparadies

Charmante Geschäfte in den Gassen Kritsas

Es ist schon bemerkenswert, dass beinahe jeder, der Kreta mehr als einmal bereist hat, das kleine Bergdorf Kritsa kennt. Woran liegt das? Die erste Antwort erhält man, wenn man im oberen Teil Kritsas durch die schattigen Gassen schlendert. Gerade die Besucher aus dem knapp zehn Kilometer entfernten Agios Nikolaos stellen dabei fest, wie die schicken, kleinen Läden mit ausgesprochen viel Liebe zum Detail eingerichtet wurden. Damit hat Kritsa eine Metamorphose von der Tradition in die Moderne sehr anschaulich vollzogen, etwas, was in Agios Nikolaos leider nur zum Teil funktioniert hat.

Viel mehr als nur Stickereien

Es mag vielleicht zwei Jahrzehnte her sein, da konnte man in Kritsa neben den verwinkelten Gassen eigentlich nur eins entdecken: In schwarz gekleidete Damen, deren Alter man nicht zu schätzen wagte, die lächelnd vor ihrem Haus saßen und ihre gestickten Spitzendeckchen und gewebte Teppiche anboten. Von denen gab es so viele, dass ganze Straßenzüge in wollendem Weiß erstrahlten. Einige dieser Frauen trifft man heute noch, aber ihre Zahl hat inzwischen stark abgenommen.

Mehr als ein Hauch von Alexis Zorbas

Antike Wohnstube im kleinen Folklore-Museum

Kritsa verdankt seine Popularität aber nicht nur dem Ruf als malerisches Vorzeigedorf, sondern auch dem Fakt, dass es im Jahr 1956 als Kulisse für die Dreharbeiten des Filmes “Der Mann, der nicht sterben wollte“ diente. Dieser Film beruhte auf dem Roman von Nikos Kazantzakis, seines Zeichens Schöpfer des Oscar-prämierten „Alexis Zorbas“. Nebenbei sei darauf hingewiesen, dass der bekannte Autor ein Jahr später verstarb – und zwar in Freiburg im Breisgau.

Wer bisher nicht die Gelegenheit hatte, einen Abstecher nach Kritsa zu unternehmen, der sollte dies nachholen. Alleine schon das Schlendern unter Zypressen, Mandel- und Olivenbäumen ist es wert, ebenso wie die individuell gestalteten Geschäfte, die so manches Shopping-Herz höher schlagen lassen. Vor allem die Auswahl von Schmuck und Kunsthandwerk junger kretischer Designer bietet Abwechslung zu den allgegenwertigen Souvenirprodukten, die man sonst überall erwerben kann. Schlendert man weiter durch die hübsche Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, sollte man den Abstecher ins kostenlose, kleine Folklore Museum nicht verpassen. Von dort kommt man zur Kirche Agios Georgios mit einem herrlichen Blick über das Tal zum Meer.

Beeindruckende Vielfalt in der Kirche „Panagia Odigitria“

Ein weiteres Highlight bildet die Kirche Panagia Kara, deren gut erhaltene Wandmalereien aus dem 13./14. Jahrhundert stammen. Einer der betuchten Stifter der Kirche hat sich übrigens mitsamt Frau und Kind an der Nordwand des Nordschiffes im Bild verewigen lassen. Nun ja, selbstlose Unterstützung im Namen der Kirche sieht manchmal auch etwas anders aus…

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(LaK) 

 

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