Die weiße Stadt ©PhotoArt Claudia Kleemann

Der malerische Ort Loutro mit seinen weißen, an die Hügel der Bucht geschmiegten Häusern, befindet sich zwischen Chora Sfakion und Agia Roumeli. Das ehemals einsame Fischerdorf wurde erst in den sechziger Jahren touristisch erschlossen. Seine Besonderheit: Loutro ist ausschließlich per Schiff oder zu Fuß zu erreichen. Es gibt keine Straßen, insofern auch keine Autos.

Viele Stammurlauber oder Tagesgäste sind inzwischen dem Zauber Loutros verfallen. Kein Wunder, denn es ist schon etwas Besonderes, in einem Ort zu verweilen, der fast von der Außenwelt abgeschieden ist. Bei schlechtem Wetter oder zu viel Wind fährt kein Schiff, selbst der Fußweg nach Loutro erweist sich dann als zu gefährlich.

 

Viel Zeit für gepflegtes Nichtstun

Schöne Ausblicke ©PhotoArt Claudia Kleemann

In Loutro kann man entspannen und die Seele baumeln lassen. Die Alternative zum Nichtstun ist es, am Strand ein gutes Buch zu lesen, zu schwimmen oder zu schnorcheln – nichts, was Körper oder Geist über die Maßen aufwühlt. Ein weiterer, beliebter Zeitvertreib ist es, gemütlich in einer Taverne sitzend das Treiben am Strand zu verfolgen. Es gibt etliche Tavernen und Bars entlang der Uferpromenade, Nachtleben, Clubs und Diskotheken sucht man hier vergeblich.

Trotz aller Beschaulichkeit ist Loutro inzwischen touristisch gut aufgestellt. Man kann in einigen Hotels, Appartements oder Pensionen nächtigen, 5-Sterne-Anlagen oder All Inklusive gibt es glücklicherweise jedoch nicht. In zwei Mini-Supermärkten kann man sich mit dem Wichtigsten zum Leben versorgen.

Badevergnügen an kleinen Stränden

Ruhe, Idylle und Meer ©PhotoArt Claudia Kleemann

Zu dem Ort gehören zwei Strände, einer in der Mitte des Ortes, der andere am östlichen Rand. Da die Strände steinig sind, empfehlen sich Badeschuhe. Das Wasser wird vom Ufer aus schnell tief, weshalb gerade für Kinder Vorsicht geboten ist. An beiden Stränden kann man Liegen und Sonnenschirme, aber auch Tretboote, Kanus und kleine Motorboote mieten.

Wer weitere Strände besuchen will, der kann zu Fuß oder per Boot den Sandstrand Glika Nera besuchen. Des Weiteren ist es möglich, in etwa 30 Gehminuten über einen steinigen Pfad, der vorbei an den Ruinen einer mittelalterlichen Burg führt, die Finix-Bucht mit seinem kleinem Kiesstrand zu erreichen.

Reizvolle Ausflüge

Ãœberhaupt lohnt es sich, kleinere oder größere Erkundungstouren zu unternehmen. Sind es die malerischen Gassen des Ortes oder eine Wanderung durch die Sfakia, die wohl auch heute noch wildeste Region Kretas – in jedem Fall lohnt sich die Abwechslung zum gepflegten Nichtstun.

Da die Schiffe mehrfach täglich verkehren, ist auch ein Ausflug nach Agia Roumeli mit Besuch der Samaria Schlucht zu empfehlen.

Tipp für Loutro-Besucher: Es empfiehlt sich, genügend Bargeld oder eine Kreditkarte mitzunehmen (fast jede Taverne oder Unterkunft akzeptiert Visa/Mastercard). In Loutro gibt es keinen Geldautomaten. Der nächste ist nur per Schiff erreichbar – in Cora Sfakion.

Wer die Ruhe und völlige Abgeschiedenheit liebt, wird das Fischerdorf Loutro lieben und es immer wieder besuchen.

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(Claudia Kleemann)

 

 

1 KOMMENTAR

  1. Moin und Kalimera, an der Stelle, an der das heutige Loutró liegt oder in Finikas/Finix (es gibt unterschiedlichen Quellen) befand sich der Hafen Phönix, der Hafen des antiken Anópolis. Es war ein wichtiger Hafen in hellenistischer und römischer Zeit. Dieser Hafen wird in alten Texten als Phönix bezeichnet.

    In den Sommermonaten ist Loutró von ein paar Familien aus Anópoli bewohnt. Ursprünglich nur eine kleine Bucht, wohin die Leute von Anópoli zum Fischen und zum Waschen ihrer Schafwolle gingen. Loutró Bedeutet eigentlich Bad.

    Am Kap Mouri, auf der Landzunge zwischen Loutró und Fnikas/Finix findet man die Überreste einer Türkischen Festung (Koules), aus der Osmanische Zeit (1669 – 1898). Es ist die größte Türkische Festung in der Sfakia. Es gibt weitere Festungen und Türme in der Sfakia, z.b. zwei Festungen in Kares/Askifou.

    Von den Festungen aus, sollte die Sfakiotische Bevölkerung kontrolliert bzw. unterdrückt werden. Heute ist die Türkische Festung und die Reste der Siedlungsspuren fest in der Hand der Ziegen.

    Auf der Landzunge finden sich neben venezianischen und türkischen Befestigungen auch Siedlungsreste. Weitere Siedlungsspuren, wie eine Zisterne, verschiedene Gräber und Gewölbe finden sich. Bei archäologischen Ausgrabungen kamen Steinwerkzeuge aus dem Alt- und Mittelpaläolithikum zu Tage.

    Von Loutró sind es nur einige wenige Meter, gleich auf dem Hügel neben dem Hafen. Wenn man den E4 von Agia Roumeli oder von der Aradena Schlucht nach Loutró wandert, kommt man automatisch an der Türkischen Festung vor bei. Ansonsten mit der Fähre oder dem Taxi Boot von Chora Sfakion.

    Loutró – Ende Oktober 2020

    In Loutró ist es schon schwer gewesen am 26. Oktober noch einen Kaffee zu bekommen. In Loutró hatte schon zu 95% alles geschlossen.
    Alle Tavernen waren damit beschäftigt ihre Tavernen winterfest zu machen, die Terrassen und Pergolas wurden abgebaut, ebenso die Holzstege.
    Auf hatte noch Daskalogiannis, Madares, Akrogial Beach Café und die Taverne Stratis. Die Beachbar Kastelas oben hatte auch noch auf. Die 3 Minimärkte hatten auch noch auf, dass Sortiment, bzw. die Regale waren schon sehr ausgedünnt. Am Strand lagen vielleicht noch 15-20 Gäste.

    Am Anleger türmte sich schon der Müll der Saison, etliche Kühlschränke, Matratzen, Stühle und sonstiger Abfall.
    Von den Einheimischen hat auch niemand mehr gegrüßt. Schon ein komisches Völkchen in Loutró. Vor 4 Wochen wurde von der Küstenpolizei ein Boot mit Flüchtlingen nach Loutró gebracht. Von den Einheimischen in Loutro brachte niemand den Flüchtlingen mal Wasser oder etwas zu Essen. Totale Gleichgültigkeit, was für eine Schande. Wo ist sie hin, die berühmte griechische Gastfreundschaft?

    Als ich 2008 bei einer Wanderung, dass erste Mal nach Loutró kam, gefiel es mir der Ort. Um die Kirche mit der riesigen Palme und der ehemaligen Schule konnte man noch ein wenig das „alte Loutró“ entdecken. Heute ist die Kirche eingebaut, vom „alten Loutró“ ist nichts mehr zu zu sehen.

    Inzwischen ist mir Loutró schon zu clean und hipp – nach der Ignoranz und der Gleichgültigkeit gegenüber den Flüchtlingen – hat Loutró weiter an Sympathie bei mir verloren.

    Schade eigentlich, da Loutró und das Kap Mouri mit den Überresten der Türkischen Festung (Koules), bei einem Zwischenstopp am kleinen Anleger immer noch eine schöne Friedlichkeit und Einzigartigkeit versprüht…..

    kaló cheimóna, kv

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