Kleiner Park neben dem Hafen ©PhotoArt Claudia Kleemann

Malia gehört zu den am längsten touristisch entwickelten Region Kretas. Das erste Hotel wurde bereits 1960 erbaut, heute reiht sich eine Herberge an die nächste. Der Ort ist eine gute halbe Stunde von Heraklion entfernt und erfreut sich groĂźer Beliebtheit bei jungen Leuten aus ganz Europa – vorwiegend jedoch aus GroĂźbritannien. Hier wird den ganzen Sommer Party gefeiert, weshalb man Malia folgerichtig auch als Kretas „Ballermann“ bezeichnet. Kein Wunder, denn der ganze Ort scheint ausschlieĂźlich aus Bars, Hotels, englisch gefĂĽhrten Pubs und Souverniershops zu bestehen. Wer im Urlaub gerne die Nacht durchfeiert und tagsĂĽber lieber schläft, der ist hier bestens aufgehoben.

Sonnenhungrige finden in Malia gut bewirtschaftete, lange Sandstrände vor. Allerdings sorgt die offene Lage der Küste dafür, dass  das Baden bei zu heftigen nördlichen Winden zeitweise untersagt wird. Darüber hinaus gibt es in dem Gebiet einige gefährliche Strömungen, weswegen man die roten Flaggen keinesfalls missachten sollte. Das Wassersportangebot an den Stränden scheint (ganz nach mallorquinischem Vorbild) schier unerschöpflich: Jetski, Paragling, Motoboot, Bananaboot, etc. Ein wenig ruhiger wird es im Bereich des Hafens. Hier ist ein kleiner hübscher Park mit Kapelle angelegt worden.

Der minoische Palast von Malia

Antiker Gabentisch bei Malia ©PhotoArt Claudia Kleemann

Östlich des Ortes befindet sich die minoische Palastanlage von Malia. Diese soll 1900 vor Christus erbaut worden sein. Um 1700 v. Chr. wurde sie durch ein schweres Erdbeben zerstört, danach aber noch größer wieder errichtet. 350 Jahre später wurde der Palast durch einen heftigen Brand erneut zerstört.

Erst im Jahr 1915 entdeckte der griechische Archäologe Iosif Chatzdakis den Palast wieder. Seine Ausgrabungen wurde 1922 von dem französischen Archäologen Louis Renaudin in Zusammenarbeit mit dem archäologischen Institut Frankreich in Athen fortgeführt. Bis heute sind die entsprechenden Freilegungen nicht beendet. Viele Ausgrabungen werden durch offene Glasdachkonstruktionen vor Regen geschützt. Dies ist besonders lobenswert, da man bei den Ausgrabungen zahlreiche wertvolle Exponate fand, die inzwischen im archäologischen Museum von Heraklion zu bewundern sind. Die Franzosen verzichteten auf Rekonstruktionen der Palastanlage (im Gegensatz zu Arthur Evans bei dem Palast von Knossos).

Überdachte Ausgrabungen ©PhotoArt Claudia Kleemann

Die Ausgrabungsstätte kann besichtigt werden. Wie inzwischen bei beinahe allen archäologischen Orten Kretas wird auch hier Eintritt verlangt. Für historisch Interessierte werden mehrsprachige Führungen durch versierte Archäologen angeboten.

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(Claudia Kleemann)

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