Etwas versteckt ist er schon gelegen, der bekannte Palmenstrand Vai auf Kreta. Kein Wunder, dass es einmal mehr die Hilfe der Hippies bedurfte, um den Traumstrand ausfindig zu machen. Das geschah irgendwann in den 70er Jahren und zog nach und nach mehr Rucksacktouristen unter die Palmen. Die negativen Folgen lie├čen nicht lange auf sich warten. Nach und nach stapelten sich die M├╝llberge und Vai verkam zusehends. Das war der Moment, als die griechische Regierung eingriff. Das gesamte Gebiet wurde umz├Ąunt und kurzerhand zum Naturschutzgebiet erkl├Ąrt.

Baccardi-Werbung sorgt f├╝r Boom

Der Palmenstrand von Vai wurde in den folgenden Jahren mehr besucht, war aber dennoch weit davon entfernt, als touristische Attraktion zu gelten. Und so genossen nur wenige Urlauber den Schatten, den die Dattelpalmen boten. Bei diesen handelt es sich ├╝brigens um eine seltene Abart, die an keiner anderen Stelle der Insel zu finden ist. Dies alles ├Ąnderte sich schlie├člich, als an dem karibisch anmutenden Strand eine sehr ansprechende Baccardi-Werbung gedreht wurde. Ab diesem Moment war Vai nicht nur ein kretischer Geheimtipp, sondern ein wahrer Touristenmagnet. Heute gilt Vai als einer der meistbesuchten Str├Ąnde der Insel.

Es ├╝berrascht nicht, dass dem Urlauber-Boom nun auch die wirtschaftlichen Interessen folgten. Ein gro├čer Parkplatz wurde nahe des Strandes gebaut, Tavernen errichtet, eine Aussichtsplattform erbaut, Liegest├╝hle und Sonnenschirme zur Vermietung aufgestellt. Nat├╝rlich, und das ├╝berrascht keinen, alles ein wenig teurer als an Str├Ąnden, die noch nicht das Gl├╝ck hatten, als Hintergrund einer TV- und Kino-Werbung herhalten zu d├╝rfen.

Trotz Corona Besuchermassen am Strand

Wer hofft, dass er in diesem Jahr durch die Corona-bedingten niedrigeren Urlauberzahlen ein wenig vom alten Vai-Hippie-Feeling aufnehmen kann, der wird entt├Ąuscht. Und das zeigt sich bereits, wenn man mit dem Mietwagen auf den Vai-eigenen Parkplatz f├Ąhrt. Wie eh und je m├╝ssen einem schwitzende Angestellte den Weg zu einem gerade freigewordenen Parkplatz weisen. Wer diesen dann tats├Ąchlich gefunden hat, der sucht meist vergeblich nach einem freien Liegestuhl. Schnell macht sich die Erkenntnis breit, dass man doch wohl h├Ątte fr├╝her losfahren sollen, um noch einen Restplatz zu ergattern. Da die Strandfl├Ąche selbst relativ klein ist, kommt schnell ein Gef├╝hl der Enge und der ├ťberf├╝llung auf. Da hilft nur ein k├╝hles Getr├Ąnk in der strandnahen Taverne. Wer Gl├╝ck hat und einen Tisch ergattert, dem wird es mit mittelm├Ą├čigen Service und hohen Preisen gedankt. Schade eigentlich, hatte man doch insgeheim auf einen kostenfreien Bacardi Cola gehofftÔÇŽ

Wenige Kilometer entfernt wartet der neue Geheimtipp

Wer unzufrieden ist, dass er nach einer l├Ąngeren Anfahrt kaum mehr als einen ├╝berf├╝llten Strand zu sehen bekommen hat, den lockt eine durchaus lohnenswerte Alternative. In n├Ârdlicher Richtung erreicht man den ÔÇ×Itanos BeachÔÇť. Hierbei handelt es sich eigentlich um zwei Strandabschnitte, die durch eine kleine Felsenformation voneinander getrennt sind. Am ersten Strand kann man sein Fahrzeug problemlos abstellen. Anschlie├čend ├╝berquert man den kleinen Berg und wird dort mit einem wunderbaren Strand, einem sch├Ânen Ausblick und nur wenig Besuchern belohnt. Auch das Wasser zeigt sich hier in klarstem Zustand, so dass man sich fast ein wenig in die guten alten Hippie-Tage zur├╝ckversetzt f├╝hlt.

(LaK)

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