Diese Nachricht kam in ihrer Kurzfristigkeit überraschend: Die griechische Regierung beschloss gestern, die Bestimmungen für den griechischen Lockdown noch einmal zu verschärfen – zum Leidwesen aller, die einen Besuch Kretas über Weihnachten geplant hatten. Grundlage dafür sind die rasant gestiegenen Zahlen von Corona-Fällen in Griechenland.

Kein Weihnachtsbesuch durch vorbeugende Quarantäne

Die neuen Regulierungen sehen vor, dass zwischen Freitag, dem 18. Dezember, und Donnerstag, dem 7. Januar 2021, 6:00 Uhr, zusätzlich zu dem bekannten PLF-Einreichungsverfahren ein negativer molekularer Test (PCR), der nicht mehr als 72 Stunden alt sein darf, vorgelegt werden muss (Leben-auf-Kreta.de berichtete).

So weit, so gut, denn diese Bestimmungen hatte man vor wenigen Tagen bereits bekannt gegeben. Nun kommt allerdings erschwerend hinzu, dass man sich in benanntem Zeitraum bei der Einreise einem Schnelltest unterziehen muss und sich zusätzlich noch in eine 10-tägige, vorbeugende Quarantäne begeben muss. Weihnachten im Hotelzimmer oder im Ferienhaus ohne die Möglichkeit, vor die Tür zu gehen – das dürfte sogar den größten Kreta-Fan an einem Besuch zweifeln lassen.

Auch das Verbot interregionaler Reisen innerhalb Griechenlands wurde bis zum 7. Januar verlängert. Das bereits in Kraft getretene Versammlungs- und nächtliche Verkehrsverbot ist ebenfalls bis zu diesem Zeitpunkt ausgedehnt worden.

Blaufichte statt Palme

Natürlich, jede Maßnahme, die der Eindämmung der Pandemie hilft, ist sinnvoll und begrüßenswert. Ob die neuen Regulierungen der griechischen Regierung jedoch nicht mit einem einfachen Einreiseverbot besser unterstützt worden wären, bleibt dahingestellt. Darüber hinaus ist es für diejenigen, die diese Weihnacht auf Kreta verbringen wollten, schwer verständlich, warum die hohen Infektionszahlen, die größtenteils im Norden des Landes auftreten, sich auf eine weit im Süden befindliche Insel auswirken, zumal sich deren Fallzahlen noch immer auf einem niedrigen Niveau halten.

Was bleibt, ist die Überlegung, ob man die bereits gebuchte Reise auf den 17. Dezember oder früher verlegt, um die Quaratäne-Pflicht zu umgehen. Ansonsten bleibt nur eine Umbuchung, eine Stornierung oder die Freude auf das Weihnachtsfest unter der deutschen Blaufichte. Ersatzweise kann man diese ja mit einigen kretischen Mitbringseln des letzten Urlaubs schmücken.

(Ingo Blisse)