Es gibt wohl kaum einen Kreta-Urlauber, der nicht schon die überflüssige Bekanntschaft mit Stechmücken oder Moskitos machen musste. Gerade in der Zeit vom April bis Oktober sind sie ausgesprochen aktiv und attackieren rücksichtslos die Besucher der Insel. Dabei nehmen sie weder Rücksicht auf Geschlecht, Herkunft oder Alter, nein, Blut kennt für sie keine Unterschiede. Wer von ihnen gestochen oder gebissen wird, dem steht erst einmal ein ebenso unangenehmes wie ausgeprägtes Juckerlebnis bevor.

Es gibt fast keinen Ort, an dem man vor ihnen sicher ist. Stechmücken auf Kreta finden ihre touristischen Opfer auch im letzten Winkel der Insel. Dabei haben sie sich intelligenterweise auf die Tourismus-Saison konzentriert, denn diese verspricht besonders abwechslungsreiche Blut-Nahrung aus diversen Ländern – kostenlose Delikatessen für die kleinen Vampire.

Einmal gestochen verfolgt einen die Erinnerung daran zumindest mehrere Tage, zuweilen auch Wochen. Zwar sind keine Fälle von Krankheitsübertragungen bekannt, trotzdem führt der Erst- und Zweitkontakt zu heftigem Juckreiz, Rötungen und Schwellungen. Hauptursache dafür ist, dass unsere Körper nicht an die Stiche und Bisse der kleinen, bösartigen Blutsauger gewöhnt sind. Wer länger auf Kreta bleibt, der baut nach und nach Antikörper auf, die die Auswirkungen der Stiche verringern.

Stechmücken auf Kreta – nachts ist die Prime Time des Blutsaugens

Dass die Stechmücken auf Kreta organisiert und mit ausschließlich bösartigen Absichten unterwegs sind, wird dadurch bestätigt, dass sie ihre Opfer (also uns) hauptsächlich nachts attackieren. Kaum ist die Sonne untergegangen, fallen sie über ihre Blutspender her und schrecken auch nicht davor zurück, sie im Schlaf auszusaugen. Dabei näheren sich einige Arten vollkommen geräuschlos, so dass unser Ohr keinen Alarm schlagen kann. Wir sind deren hinterhältigen Attacken also vollkommen hilflos ausgeliefert.

Nun seien an dieser Stelle nicht alle Arten von Moskitos verdammt. Nein, es reicht aus, nur 50 Prozent von ihnen mit einem langanhaltenden Fluch zu belegen – und zwar die Weibchen. Während die männliche Moskito-Population unauffällig und still auf jegliche Art von Angriffen auf Menschen verzichtet und unser Blut dort belässt, wo es hingehört, saugen uns nur die weiblichen StechmĂĽcken auf Kreta hemmungslos aus. Man sollte sie jedoch deswegen nicht fĂĽr naturgegeben böse ansehen, denn sie tun dies, um ihre Eier zu ernähren und zu entwickeln. Als Ersatz dafĂĽr dient ĂĽbrigens Zucker, die eigentliche Hauptnahrungsquelle fĂĽr diese Insekten.

Der immerwährende Kampf gegen die Stechmücken auf Kreta

Wir Menschen neigen instinktiv dazu, kleine, blutsaugende Plagegeister mittels eines gezielten Schlages unserer Handinnenfläche zu eliminieren. Da die Moskitos jedoch, wie bereits erwähnt, gerne nachts oder während des Schlafes attackieren, müssen alternative Abwehrmethoden her. Dabei hilft es natürlich, jegliche Art stehender Gewässer zu vermeiden, denn diese gelten als hauptsächliche Lebensräume der Moskitos. Da Stechmücken auf Kreta allerdings nur wenig Wassers benötigen, ist es beinahe unmöglich, diesen Rat zu befolgen – gerade während des Urlaubs. So reichen bereits kleinste Regenpfützen aus, um die Heimat einer Moskito-Großfamilie zu bilden.

Für Ausflüge oder längere Aufenthalte im Freien bietet es sich an, trotz der kretischen Temperaturen Kleidung mit langen Ärmeln und möglichst auch lange Hosen zu tragen. Unterstützend sollte Insektenschutzmittel verwendet werden. Stechmücken vermeiden übrigens auch den Kontakt mit einigen natürlichen Produkten wie Zitrone.

Der Kampf beginnt zu Hause

In den eigenen vier Wänden – sei es im Hotel oder einem gemieteten oder eigenem Haus – sind Fliegengitter und Moskitonetze ausgesprochen hilfreich. Einmal montiert halten sie die Moskitos aus der Behausung heraus. So kann  man problemlos nachts bei geöffnetem Fenster schlafen. Die Fliegengitter sollten dabei an Türen und Fenstern befestigt werden. Sie sind in vielen Geschäften erhältlich und ausgesprochen preiswert, da sie von der einheimischen Bevölkerung als Art „Wohnungs-Grundausstattung“ genutzt werden. Ebenso bietet sich ein Moskitonetz über dem Bett an, um einen ungestörten Schlaf ohne Moskito-Attacken zu garantieren.

Haben die Stechmücken auf Kreta erst einmal eine Behausung erobert, so gibt es auch hier wirksame Verteidigungsmethoden. In Geschäften und auf Märkten werden diverse elektrische Mückenlampen angeboten. Ihr einziger Zweck ist die radikale Vernichtung von Stechinsekten. Deshalb arbeiten sie auch ausgesprochen effektiv und zeigen sich im Vergleich zur herkömmlichen Fliegenklatsche als eindeutiger Testsieger. Apropos, sicher kennt jeder die batteriebetriebenen Fliegenklatschen in Form eines Tennisschlägers. Von diesen Spielzeugähnlichen Verteidigungsmethoden raten wir strengstens ab, da ihre einfache Konstruktionsweise häufiger nicht nur den Insekten, sondern auch dem Schlägerschwingenden Nutzer einen unangenehmen Stromschlag versetzt.

Mücken-Spulen sind ebenfalls sehr effektiv, zumindest in der direkten Umgebung. Eine ähnliche Wirkung erzielen auch Räucherstäbchen, allerdings vertreiben sie nicht alle Mückenarten.

Stechende Invasoren haben es nicht anders verdient!

Gegen hinterhältige Übergriffe ganzer Moskito-Gangs helfen sogenannte „Mückenstecker“. Sie arbeiteten mit einer Flüssigkeit, die die Moskitos heimlich, still und leise in die ewigen Jagdgründe schickt. Ein kleiner Tipp: Mücken hassen Klimaanlagen. Wer also in seiner Unterkunft in der glücklichen Lage ist, einen funktionierenden Air Conditioner zu haben, der kann in Ruhe schlafen, ohne am nächsten Morgen die Stiche am Körper zählen zu müssen.

Die effektivsten Abwehrmittel sind nach wie vor Insekten-Sprays. Sie garantieren die sichere Eliminierung der Moskitos. Hat man sich erst einmal mit diesem bewaffnet, so geht es den Mücken auch schon schnell an den Kragen. Und das ist auch gut so, denn die Hartnäckigkeit der kretischen Moskitos ist legendär. Deshalb gilt beim Umgang mit ihnen der alte Leitspruch: Nur ein toter Moskito ist ein guter Moskito!

(LaK)

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