Bisher kann Griechenland seine Touristen mit vergleichsweise niedrigen Zahlen an Corona-Fällen überzeugen. Gerade Kreta tut sich dabei mit nur wenigen nachgewiesenen Infektionen hervor. Trotzdem zeigt sich, dass die Angst vor dem Virus trotz allem sehr groß ist. So bleiben die ausländischen Besucher aus und die Tourismusbranche richtet sich voll auf das Urlaubsjahr 2021 aus.

Es ist gerade ein Jahr her, da besuchten mehr als 33 Millionen Touristen Griechenland. Ein beeindruckender Rekord, der in diesem Jahr gebrochen werden sollte. Doch Corona machte einen Strich durch die Rechnung. So zeigt sich auch der Alltag am Flughafen Heraklion auf Kreta ausgesprochen ungewohnt: Nur wenig Fahrzeuge sind zu sehen, kaum Busse, die im Akkord-Tempo die braungebrannten Reisenden vor dem Abflugs-Terminal absetzen. Die Abfertigungs-Prozeduren an den Check In-Schaltern verlaufen geordnet und zĂĽgig. Im Vergleich zu den Vorjahren herrscht entspannte Stimmung und die ĂĽbliche Hektik scheint weit entfernt.

Situation wird als gegeben hingenommen

Die kretischen Bewohner bringen viel Verständnis auf, wenn man sie auf die ausbleibende Urlauberzahl anspricht. Gerne verweisen sie darauf, dass es bisher nur 4.300 nachgewiesene Infektionsfälle landesweit gegeben hätte. Auch die Zahl von bisher 203 Menschen, die im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben wäre, sei vergleichsweise niedrig. Und auf Kreta, da hätte man sich ohnehin ausgesprochen verantwortungsbewusst im Umgang mit dem Virus gezeigt. All das stimmt und die Zahlen belegen das auch. Trotzdem herrscht eine europaweite Vorsicht vor Auslandsreisen. Das haben die letzten Monate gezeigt. Und so bleibt der gesamten Branche nichts weiter übrig, als auf die nächste Saison zu warten.

Gelassenheit, das ist ein Wesenszug der Kreten, der in diesen Tagen mehr gefragt ist als alles andere. Und das beherrschen die Insulaner auffallend gut. Es ist selten eine Klage zu hören, dass die Einnahmen in diesem Jahr weit geringer ausfallen als in den Vorjahren. Kaum jemand schimpft über die spürbar harten Einschnitte in der persönlichen Freiheit und im eigenen Geldbeutel. Stattdessen wird lieber ein Schwätzchen mit Freunden gehalten oder es werden längst überfällige Aufgaben in aller Ruhe erledigt.

Hoffnungsschimmer fĂĽr dieses Jahr

Die Hoffnungen der Kreter beruhen auf zwei Fakten, die in diesem Jahr noch Geld in die Kassen spülen werden: Die EU will Griechenland mit 20 Milliarden Euro unterstützen, um einen Teil der Verluste auszugleichen. Das ist auch bitter notwendig, denn das Land hat es gerade erst geschafft, sich von seiner Wirtschaftskrise zu erholen. Rücklagen sind keine vorhanden. Darüber hinaus hoffen die Kreter auf zahlreiche griechische Touristen, denn der August ist der nationale Urlaubsmonat. Wer in diesen Tagen einen Blick in die Gassen der kretischen Städte und Dörfer wirft, der entdeckt eine zunehmende Anzahl hellenischer Touristen, die ohne Angst vor Corona die Insel besuchen. Zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer….

(LaK)

 

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