Im Gasstreit zwischen der Türkei und Griechenland hat der US-Außenminister Mike Pompeo beide Seiten zu einer „friedlichen“ Lösung aufgerufen. Diese müsse „im Einklang mit internationalem Recht“ stehen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung Pompeos und dem griechischen Außenminister Nikos Dendias. Die diesbezüglichen Gespräche hatten gestern in Thessaloniki stattgefunden.

Pompeo auf Kreta

Im Rahmen seines zweitägigen Aufenthalts in Griechenland besucht Pompeo heute den Nato-Marinestützpunkt an der Souda-Bucht auf Kreta. Nach Angaben eines hochrangigen US-Regierungsvertreters besteht das Ziel seiner Reise in der Abnahme der Spannungen zwischen Ankara und Athen. Darüber hinaus soll die Wahrscheinlichkeit von „Unfällen und Vorfällen“ im östlichen Mittelmeer verringert werden. Auch wolle sich Washington dafür einsetzen, dass die beiden Nato-Länder sich auf ein Abkommen zur Beilegung des Streits einigen.

Seit der Entdeckung reicher Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer gibt es zwischen den EU-Mitgliedern Griechenland und Zypern sowie auf der anderen Seite der Türkei heftigen Streit um deren Ausbeutung. Den Anspruch auf die betreffenden Seegebiete untermauern die Konfliktparteien zum Teil durch die Entsendung von Kriegsschiffen. In der vergangenen Woche einigten sich Ankara und Athen nach wochenlanger Eskalation auf die Aufnahme von Sondierungsgesprächen.

Treffen im Haus des Regierungschefs

„Lassen Sie uns der Diplomatie eine Chance geben“, sagte Griechenlands Regierungschef Kyriakos Mitsotakis am Freitag in Richtung des türkischen Staatschefs Erdogan in einer Videobotschaft zur UNO-Generaldebatte. Mitsotakis empfängt Pompeo heute in seinem Haus auf Kreta. Der konservative Regierungschef wünscht sich engere militärische Beziehungen zu Washington. Vor rund einem Jahr hatten die USA und Griechenland eine Vereinbarung unterzeichnet, die der US-Armee eine erweiterte Nutzung griechischer Militäranlagen erlaubt.

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(LaK)