Ein Erlebnisbericht unserer Gast-Autorin Claudia Kleemann (PhotoArt):

Etwa 24 Kilometer sĂĽdlich von Rethymno, vorbei am Potamonstausee liegt das Dorf Patsos. Hier zweigt eine ausgeschilderte StraĂźe zu der Schlucht mit den drei Namen ab. Wen man hier auch fragt, jeder bevorzugt einen andere Bezeichnung: „Patsos Schlucht“ (nach dem nahegelegenen Dorf), „Agios Antonios-Schlucht“ (nach der in der Schlucht befindlichen Kapelle) oder Tsirita Schlucht (nach dem beherbergten Fluss). Nach etwas mehr als einem Kilometer erreicht man den Parkplatz der Taverne „Drimos“. Hier beginnt die Wanderung durch das ĂĽppig grĂĽne Tal des kleines FlĂĽsschens Tsirita.

Schon nach  wenigen hundert Metern erreicht man einen Rastplatz mit einer gefassten Quelle unter Schatten spendenden Platanen. Von diesem Punkt aus sieht man die kleine Kapelle Agios Antonios, die unter steilen, überhängenden Felswänden errichtet wurde. Alljährlich ist sie das Ziel vieler gläubiger Menschen. Die Kapelle ist dem Heiligen Antonios geweiht und angeblich soll es hier schon wundersame Heilungen gegeben haben. Vor der Kapelle finden sich viele Gehhilfen und Prothesen, die Ritzen in den Felsen sind gespickt mit kleinen weißen Wunschzetteln. Wer die Hilfe des Heiligen Antonius erbitten will, der kann dies in der Kapelle tun, indem er gegen eine Spende eine Ikone oder eine Kerze erwirbt.

Zwei Routen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Bis zu der Kapelle sind die Wege gut ausgebaut, so dass sie auch mit Kindern gut zu begehen sind. Nachfolgend jedoch muss jeder, der die Schlucht durchwandern beziehungsweise durchklettern will, eine Entscheidung treffen: einfach oder schwierig?

Die einfache Route (auch fĂĽr Kinder geeignet):

An der Kapelle führt ein Weg hinauf auf ein Plateau mit einem überdachten Rondell. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick über die gesamte Schlucht. Bleibt man anschließend auf diesem Pfad und passiert den Aufstieg, so führt der Weg oberhalb des tief eingeschnittenen Bachlaufs entlang. Er endet in der Mitte der Schlucht direkt an einer hölzernen Brücke, die zwischen riesigen Felsen hängt.

Die schwierige Route:

Zum Ăśberwinden der Kletterpassage ist sowohl festes Schuhwerk als auch gute Kondition erforderlich.

©PhotoArt Claudia Kleemann

Folgt man ab der Kapelle dem Weg auf der linken Seite, der über die erste hölzerne Brücke führt, gelangt man schnell auf den Grund der Schlucht. Entlang des Bachlaufs entdeckt man – je nach Jahreszeit – kleine oder größere Wasserfälle und blühende Oleanderbüsche.  Bei niedrigem Wasserstand ist ein Weiterwandern oder Klettern über die großen Felsen, die teilweise mit Holzleitern verankerten Ketten versehen sind, möglich. Allerdings ist dies nur im Hochsommer oder Herbst machbar, da das Flüsschen Tsirita in den übrigen Jahreszeiten zu viel Wasser führt. Im Frühjahr kann der Wasserstand bis zu fünf Meter betragen.

Auch im Sommer stößt man immer wieder auf kleine Teiche, Wasserfälle und Höhlen. Die Schlucht endet nahe der Verbindungsstraße von Rethymno in Richtung Amari-Becken.

Bei dieser Wanderung muss man bedenken, das man den gleichen Weg wieder zurĂĽcklaufen muss, um wieder zum Auto zu gelangen.

Egal fĂĽr welchen Weg man sich entscheidet, man wird mit zauberhafter Natur belohnt.

Wer die Wanderung geschafft hat, der sollte auf jeden Fall einen Stopp in der Taverne einlegen. Sie bietet authentische kretische Küche in wunderschönem, schattigen Ambiente. Dazu bietet die Taverne für Kinder einen kleinen eingefriedeten Haustiergarten mit Eseln, Schweinen, Pfauen, Gänsen etc. und einige schöne Spielplätze.

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(C.K.)

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