Kreta lebt nach einer ganz eigenen Taktung – und dies fällt vor allem im Winter auf. Wenn die letzten Pauschaltouristen die Heimreise angetreten haben, fällt die Betriebsamkeit auf Kreta rapide ab. Zeit spielt keine Rolle für den Großteil der Bevölkerung, stattdessen sitzen viele Kreter lieber stundenlang vor ihrem Haus oder einer Taverne und beobachten das gemächliche Leben um sich herum. Aber was so verschlafen wirkt, bietet dennoch viel Raum für Abwechslung.

Wer in den Wintermonaten durch die Straßen kretischer Städte streift, der wird schnell feststellen, wie auffallend ruhig es nach der Sommersaison geworden ist. Die meisten Läden haben geschlossen (die Vorbereitungen für die kommende Saison beginnen meist erst im Frühjahr) und Menschenmengen sind ohnehin weit und breit nicht zu entdecken. Die anschauliche Ruhe steckt an und lässt einen schnell seine Alltagssorgen im allgegenwärtigen Müßiggang vergessen.

Ein Aufenthalt auf Kreta im November, Dezember oder Januar muss nicht automatisch einen Winterblues nach sich ziehen. Im Gegenteil, es bieten sich viele Möglichkeiten, lange vor sich hingeschobene Aktivitäten anzugehen. So kann man, Interesse an der Antike vorausgesetzt, beispielsweise Knossos einen Besuch abstatten – und dies ganz ohne Gedränge und Schlange stehen. Immerhin sind die Palastruinen ganzjährig geöffnet.

Badeinsel mit Skifahrmöglichkeit

Es gibt eine natürliche Besonderheit auf Kreta, die man sogar bis weit in den Sommer hinein bestaunen kann: Während man sich die Creme mit Lichtschutzfaktor 50 auf die Haut aufträgt, überrascht zuweilen der Blick in die Berge, denn hier kann man auch bei Strandtemperaturen noch immer die schneebedeckten Gipfel erkennen. Nicht umsonst heißen sie bei den Einheimischen die „Weißen Berge“, denn mit über 2.000 Metern verfüge sie über eine stattliche Höhe, wobei es der „Psiloritis“ sogar auf beeindruckende 2.450 Meter bringt. Deshalb ist es hier sogar möglich, Ski zu fahren.  Und das ist etwas, was die Wenigsten hier erwarten. Allerdings sollte darauf hingewiesen werden, dass auf Kreta keine skitouristische Infrastruktur zu erwarten ist. Sessellifte oder lauschige Berghütten sind und bleiben wohl Markenzeichen nördlicher gelegener Skigebiete.

Olivenernte – fröhliches Happening und buntes Zusammentreffen

Im Winter fallen die Temperaturen selten unter 10°C, jedoch sind starke Winde, Stürme und häufiger Regenfall normal. Das Zusammenspiel tropischen Klimas im Sommer und hoher Regenmenge im Winter bietet den optimalen Nährboden für den Anbau von Oliven und Rotwein. Und so helfen die meisten Einheimischen, die sich nahe ländlicher Gebiete befinden, in dieser Zeit gerne bei der Olivenernte, was neben der Einnahme einiger zusätzlichen Euros vor allem auch jedes Mal ein fröhliches gesellschaftliches Beieinander ist. Deshalb beteiligen sich nicht nur Olivenbauern bei der Ernte, sondern auch Familienmitglieder, Büroangestellte, Touristikfachleute und alle anderen, die mit dabei sein wollen.

Neigt sich der Winter dem Ende zu, so bietet sich ein weiteres, ganz besonderes Schauspiel: Das Wiedererwachen der Vegetation. Die Regenfälle lassen die Natur, die in den Sommermonaten zuweilen von der Hitze ausgedörrt wurde, sprunghaft zu neuem Leben erwachen. Überall empfangen einen die farbenprächtigen Blüten, sattgrünen Sträucher und saftigen Wiesen. Kein Wunder, dass zum nahenden Frühling vor allem die Wanderer nach Kreta reisen, um sich dieses alljährliche Naturspektakel nicht entgehen zu lassen.

 

1 KOMMENTAR

  1. Moin und Kalimera, den ganzen Winter oder auch nur 1-2 Monate auf Kreta zu verbringen ist ein Traum, eine schöne Beschleunigung. Fast jeden Tag blauer Himmel…… Die Langzeitmiete von November bis März ist auf Kreta sehr günstig. Ein Traum sind die Halkyonischen Winde im Januar, mit bis zu 30C.

    Die Kreter freuen sich sehr über die wenigen Winterurlauber/Überwinterer (in Paleochoara um die 10-15), da Sie durch die Winterurlauber/Überwinterer ein zusätzliches Einkommen im Winter haben, ansonsten würde die Unterkunft leer stehen.

    Zusätzlich stärkt man auch die lokale Wirtschaft in Ort (in der schweren Zeit der Krise), der tägliche Gang zum Bäcker, Schlachter, Gemüseladen, Supermarkt, Friseur, Besuch Kafenio/Taverne. Man ist ein Teil der Gesellschaft.

    Der große Knackpunkt im Winter ist aber, und daß sollte man auch erwähnen, die Heizmöglichkeit in der Unterkunft. Ich habe die letzten Jahre auch immer mal wieder einen Monat im Winter auf der Insel verbracht (bei Kalyves, Frangokastello, Azogires und 2x Paleochora.

    Die Unterkünfte sind ja die Gleichen, die auch im Sommer vermietet werden, haben keine Isolierung und keine Heizmöglichkeit (Heizung oder Ofen), abgesehen von der AC, die aber nichts taugen. Von den Temperaturen ist es draußen wärmer als in den Räumen.
    10-15 Kretafreunde mieten sich jedes Jahr im Winter was in Paleochora. Einige fĂĽr 5 Monate, andere fĂĽr 1-3 Monate. Das Heizen ist das groĂźe Thema unter uns Ăśberwinterer in Paleochora gewesen. In welcher Unterkunft bist du, wie heizt du?
    Das Beste ist natürlich wenn es einen Ofen/Kamin gibt und man einen Raum schön einheizen kann. Die andere Möglichkeit ist, einen kleinen Heizer oder was es da alles so gibt sich zu besorgen. Die sind nicht teuer und man bekommt sie in Paleochoara in der Hauptgasse. Nachtteill ist, daß diese Dinger oft viel Strom verbrauchen und zu der Langzeitmiete der Strom meistens noch dazu kommt. Der Strompreis auf Kreta ist höher als in D. Es gibt auch einige wenige Unterkünfte mit Heizung (meistens in Hotels in den Städten an der Nordküste), da Diesel sehr teuer auf Kreta ist, sind die Unterkünfte mit Heizung auch viel teurer.

    Wer mit dem Gedanken spielt, im Winter auf Kreta zu verbringen, sollte die Problematik Unterkunft/Heizen im Hinterkopf haben.

    kalĂł chimĂłnas, kv

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Bitte Namen eingeben